The Fort Worth Press - Frankreich: Scharia-Debatte

USD -
AED 3.67295
AFN 64.999853
ALL 80.986099
AMD 365.979885
AOA 917.999996
ARS 1493.984803
AUD 1.429143
AWG 1.8
AZN 1.703654
BAM 1.697227
BBD 2.013771
BDT 123.459254
BHD 0.377031
BIF 2958.036133
BMD 1
BND 1.282253
BOB 12.17254
BRL 5.095803
BSD 0.999809
BTN 95.273879
BWP 13.5984
BYN 2.922706
BYR 19600
BZD 2.010881
CAD 1.40439
CDF 2275.000027
CHF 0.811205
CLF 0.023469
CLP 926.700271
CNY 6.751301
CNH 6.757575
COP 3239.29
CRC 454.172723
CUC 1
CUP 26.5
CVE 95.679186
CZK 21.04425
DJF 178.041183
DKK 6.49679
DOP 57.999688
DZD 133.001997
EGP 50.124902
ERN 15
ETB 161.37657
EUR 0.86911
FJD 2.217901
FKP 0.741746
GBP 0.744595
GEL 2.614981
GGP 0.741746
GHS 11.71006
GIP 0.741746
GMD 73.500118
GNF 8779.594688
GTQ 7.628295
GYD 209.505133
HKD 7.842275
HNL 26.799257
HRK 6.543703
HTG 130.724342
HUF 316.873502
IDR 17974
ILS 3.043635
IMP 0.741746
INR 95.28975
IQD 1309.765537
IRR 1375124.999785
ISK 123.390358
JEP 0.741746
JMD 158.380445
JOD 0.708948
JPY 156.766501
KES 129.449613
KGS 87.449899
KHR 4040.211209
KMF 427.0004
KRW 1430.950089
KWD 0.30943
KYD 0.833207
KZT 474.28021
LAK 22613.381464
LBP 89537.585797
LKR 335.69504
LRD 180.47318
LSL 16.489388
LTL 2.952739
LVL 0.60489
LYD 6.372704
MAD 9.32251
MDL 17.457253
MGA 4258.882434
MKD 53.383547
MMK 2099.683142
MNT 3593.528557
MOP 8.076257
MRU 40.043561
MUR 46.939956
MVR 15.459743
MWK 1733.690253
MXN 17.321835
MYR 4.095702
MZN 63.910321
NAD 16.489388
NGN 1363.059842
NIO 36.791344
NOK 9.54762
NPR 152.439215
NZD 1.705125
OMR 0.384484
PAB 0.9998
PEN 3.376821
PGK 4.412473
PHP 60.911034
PKR 277.629239
PLN 3.745015
PYG 5963.971469
QAR 3.644852
RON 4.559304
RSD 101.994992
RUB 80.131195
RWF 1466.225275
SAR 3.742529
SBD 8.081105
SCR 13.448728
SDG 600.000229
SEK 9.56105
SGD 1.282855
SLE 24.683085
SOS 571.406258
SRD 37.80599
STD 20697.981008
STN 21.25961
SVC 8.748357
SZL 16.492251
THB 33.436499
TJS 9.233359
TMT 3.51
TND 2.933913
TRY 47.53429
TTD 6.779617
TWD 32.467026
TZS 2645.265022
UAH 44.849121
UGX 3741.707631
UYU 40.211209
UZS 11987.816942
VES 745.696396
VND 26287
VUV 119.050155
WST 2.734491
XAF 569.202067
XAG 0.017412
XAU 0.000248
XCD 2.70255
XCG 1.801947
XDR 0.706831
XOF 569.202067
XPF 103.484331
YER 238.298647
ZAR 16.51905
ZMK 9001.199915
ZMW 18.789861
ZWL 321.999592
  • DAX

    372.0700

    26001.31

    +1.43%

  • Goldpreis

    -15.2000

    4091.8

    -0.37%

  • SDAX

    221.6800

    18524.47

    +1.2%

  • TecDAX

    124.5600

    3952.05

    +3.15%

  • Euro STOXX 50

    68.4900

    6426.5

    +1.07%

  • MDAX

    530.6900

    32511.21

    +1.63%

  • EUR/USD

    -0.0017

    1.151

    -0.15%


Frankreich: Scharia-Debatte




Frankreichs Verhältnis zum Islam ist geprägt von einem strengen Laizismus, einer großen muslimischen Minderheit und hitzigen Debatten über religiöse Praktiken. Das jüngste Aufflammen der Diskussion um die Scharia – das islamische Rechtssystem – zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen religiöser Vielfalt und dem Anspruch auf staatliche Neutralität ist.

Eine wachsende muslimische Gemeinschaft
Frankreich beherbergt mit mehr als sechs Millionen Gläubigen die größte muslimische Bevölkerung Europas. Die meisten stammen aus den ehemaligen Kolonien in Nord- und Westafrika und sind seit Generationen fester Bestandteil der französischen Gesellschaft. Während islamisches Recht in Frankreich keine juristische Geltung besitzt, gewinnen religiöse Normen im Alltag einiger Gemeinden an Bedeutung: regelmäßige Moscheebesuche haben sich seit den späten 1980er‑Jahren vervierfacht, das Fasten im Ramadan wird von deutlich mehr Menschen eingehalten, und der Anteil junger Frauen, die ein Kopftuch oder einen Schleier tragen, ist stark gestiegen. Gleichzeitig lehnt die große Mehrheit der muslimischen Bürger Gewalt ab und respektiert die französische Rechtsordnung.

Umfragen und ihre Kontroverse
Im Herbst 2025 sorgte eine Umfrage des Instituts Ifop im Auftrag des Magazins „Écran de veille“ für Schlagzeilen. Demnach gaben 57 Prozent der befragten 15‑ bis 24‑jährigen Muslime an, sie hielten die Scharia bei persönlichen Angelegenheiten wie Hochzeit, Erbschaft oder ritueller Schlachtung für wichtiger als die Gesetze der Republik; 46 Prozent sagten, islamisches Recht solle auch in nicht‑muslimischen Ländern gelten. Historiker sprachen daraufhin von einer „Re‑Islamisierung“ einer Minderheit junger Muslime und verwiesen darauf, dass die regelmäßige Teilnahme am Freitagsgebet von sieben Prozent im Jahr 1989 auf heute etwa vierzig Prozent gestiegen sei.

Kritiker der Umfrage warfen ihr jedoch vor, suggestive Fragen zu stellen und die Ergebnisse zu dramatisieren. Mehrere muslimische Regionalräte reichten eine Beschwerde ein und argumentierten, die Befragung bediene anti‑muslimische Ressentiments in einer Zeit, in der Hassverbrechen gegen Muslime deutlich zunehmen. Für sie spiegeln die stärker religiöse Ausrichtung vieler junger Muslime eher die Erfahrung von Diskriminierung wider als den Wunsch, Frankreich nach islamischem Recht zu regieren.

Staatliche Reaktion und politische Instrumentalisierung
Der französische Staat reagierte in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen auf das, was die Regierung als „islamistischen Separatismus“ bezeichnet. Ein 2021 verabschiedetes Gesetz verschärfte die Aufsicht über religiöse Einrichtungen, beschränkte den privaten Schulunterricht und gab der Regierung erweiterte Befugnisse zur Schließung von Vereinen. 2023 wurde an öffentlichen Schulen das Tragen des abaya, eines langen Überkleids, und anderer als religiös wahrgenommener Kleidung untersagt. Der damalige Bildungsminister begründete das Verbot damit, dass man in einem Klassenzimmer die Religion eines Kindes nicht erkennen dürfe. Diese Schritte werden von muslimischen Organisationen und Teilen der Linken als diskriminierend kritisiert, während konservative und rechtsextreme Parteien sie als unzureichend ansehen.

Im Mai 2025 legte das Innenministerium einen vertraulichen Bericht vor, der dem muslimischen Dachverband „Musulmans de France“ enge Verbindungen zur Muslimbruderschaft und das Ziel unterstellte, langfristig die französische Gesellschaft nach islamischem Recht zu gestalten. In dem Dokument wird von „Entryismus“ gesprochen: lokale Vereine und Moscheen sollten schrittweise Einfluss in kommunalen Einrichtungen gewinnen, um Scharia‑konforme Lebensweisen zu fördern. Der Bericht diente Innenminister Bruno Retailleau als Grundlage, um strengere Kontrollen und finanzielle Sanktionen gegen bestimmte Organisationen zu fordern.

Muslimische Vertreter wiesen diese Vorwürfe entschieden zurück. Der Rektor der Großen Moschee von Paris sprach von einem „Schlag ins Gesicht“ für seine jahrelange Zusammenarbeit mit den Behörden. Wissenschaftler betonten, dass der Verband zwar einen konservativen Islam vertrete, aber keine Belege für Bestrebungen zur Etablierung eines islamischen Staates vorlägen. Präsident Emmanuel Macron versicherte, der Islam habe seinen Platz in Frankreich, doch es müsse klare Grenzen gegen Extremismus geben.

Zwischen Realität und Mythos
Die Vorstellung, es gebe in Frankreich „Scharia‑Zonen“ oder „No‑Go‑Areas“, in denen staatliches Recht nicht mehr gelte, wird seit Jahren von rechtspopulistischen Kreisen verbreitet. Experten für Rassismusforschung weisen darauf hin, dass solche Begriffe von der extremen Rechten als Werkzeug genutzt werden, um Ängste zu schüren. Tatsächlich existieren in Frankreich keine rechtsfreien Räume, in denen islamisches Recht durchgesetzt wird. Auch sogenannte „Scharia‑Räte“, wie sie in Großbritannien zur gütlichen Beilegung von Scheidungen genutzt werden, haben in Frankreich keine juristische Bedeutung.

Die wachsende Sichtbarkeit muslimischer Religiosität und der Wunsch einiger Jugendlicher nach stärkerer Orientierung am islamischen Recht treffen jedoch auf ein gesellschaftliches Klima, das durch steigende Islamfeindlichkeit geprägt ist. Zwischen Januar und März 2025 registrierte das Innenministerium 79 antimuslimische Angriffe – ein Anstieg um 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Südfrankreich tötete im Mai 2025 ein Nachbar einen tunesischen Friseur in einem offensichtlich rassistisch motivierten Angriff; die Staatsanwaltschaft untersucht, ob ein terroristischer Hintergrund vorliegt. Solche Ereignisse verstärken die Wahrnehmung vieler Muslime, von Staat und Gesellschaft stigmatisiert zu werden.

Ein gesamtgesellschaftlicher Konflikt
Die Debatte über die „Ausbreitung der Scharia“ in Frankreich ist weniger eine juristische Realität als ein Spiegelbild politischer Auseinandersetzungen. Auf der einen Seite stehen rechte Parteien, die angesichts steigender Religiosität vor einem „kulturellen Umsturz“ warnen und härtere Maßnahmen fordern. Auf der anderen Seite betonen muslimische Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen, dass die überwiegende Mehrheit der Muslime loyale Bürgerinnen und Bürger sind, die sich nach Anerkennung und gleichen Chancen sehnen und in Umfragen keine Mehrheit für die Einführung islamischer Gesetze erzielen würden.

Frankreichs Herausforderung besteht darin, einer wachsenden religiösen Diversität gerecht zu werden, ohne die Prinzipien der Republik zu untergraben oder Minderheiten zu marginalisieren. Die hitzige Diskussion über die Scharia zeigt, wie unterschiedlich die Erfahrungen und Wahrnehmungen innerhalb der französischen Gesellschaft sind. Eine nachhaltige Antwort liegt weniger in repressiven Gesetzen als in der Schaffung von Vertrauen: durch Dialog, gerechte Bildungschancen und den entschlossenen Schutz aller Bürgerinnen und Bürger vor Hassverbrechen und Diskriminierung.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...