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Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat die hohe Bedeutung der frühkindlichen Bildung für einen späteren Erfolg in der Schule betont. Dass die Leistungen der Schülerinnen und Schüler immer weiter absinken und immer weniger Kinder die Mindeststandards erreichen, "hat eben seinen Grund in den frühkindlichen Jahren", sagte sie am Freitagmorgen im Bayerischen Rundfunk. "Da sind Familien gefordert, aber eben vor allem auch die Kita."
Als besonders zentral bezeichnete Prien die Sprachfähigkeit der Kinder. "Wer die deutsche Sprache nicht erlernt, bis zur Einschulung, wird große Schwierigkeiten haben, überhaupt im Bildungssystem anzukommen", sagte sie dem Radiosender. "Alles, was dann passiert, wird immer mehr zum Reparaturbetrieb, und die Ergebnisse sind dann Pisa-Leistungen, wie wir sie jetzt bei Neuntklässlern erlebt haben."
Im Bundestag wird am Vormittag in erster Lesung das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz für frühkindliche Bildung beraten. Ein Schwerpunkt des Gesetzes liegt auf der Erhebung von Daten zur Feststellung des Sprach- und Entwicklungsstands von Vierjährigen, auf deren gezielter zusätzlicher Förderung bei Bedarf sowie auf Maßnahmen zur Erleichterung des Übergangs in die Grundschule.
Nötig seien trotz des föderalen Systems und der großen Bandbreite an Kita-Trägern "einheitliche Standards zur Sprachförderung, zur Entwicklungsförderung und zur Vorbereitung auch auf die Schule", sagte Prien im ARD-"Morgenmagazin". Sie rief Bund, Länder und Kommunen zur Zusammenarbeit auf: "Wenn wir es ernst meinen mit der Förderung der jungen Generation in unserem Land, dann ist das die entscheidende Stellschraube und da müssen wir jetzt alle gemeinsam den Schulterschluss suchen und das gemeinsam umsetzen."
Bildungspolitik ist in Deutschland grundsätzlich Ländersache. Streit könnte es bei dem Gesetz unter anderem darüber geben, dass das Gesetz zusätzliche Personalstellen in Kitas mit einem erhöhten Anteil von Kindern mit Förderbedarf vorsieht.
S.Jordan--TFWP