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Er kämpfte und provozierte - und fühlte sich nach dem historischen Unentschieden als großer Sieger. Kapitän Zlatko Tripic feierte nach dem 3:3 (2:0) von Champions-League-Neuling Viking Stavanger gegen den FC Bayern seine Mannschaft und ein bisschen auch sich selbst. Schließlich hatte der frühere Fürther den Münchner Superstar Michael Olise so lange gepiesackt, bis der sich frustriert zu einer Gelb-Roten Karte hinreißen ließ - und das Spiel noch einmal kippte.
"Es ist großartig", sagte Tripic beim Sender TV2 schmunzelnd über den Platzverweis (74.) beim Stand von 3:2 für die Bayern, "dass sich ein solcher Spieler – der höchstwahrscheinlich irgendwann den Ballon d'Or gewinnen wird – ein wenig über einen Jungen aus Oftebro und Lyngdal ärgert."
All die Provokationen und kleinen Nickligkeiten seien von langer Hand geplant gewesen, gab Tripic zu, der bei Viking als "König von Stavanger" verehrt wird. "Er sollte es hier nicht zu gemütlich haben", sagte er über Olise. "Und als es mir gelang, seinen Fokus von dem abzulenken, was er außergewöhnlich gut kann, verlor er am Ende die Beherrschung und warf mir den Ball ins Gesicht. Ich habe das Gefühl, dieses Duell mit ihm gewonnen zu haben."
"Verlierer" Olise dagegen war aus Münchner Sicht der Sündenbock. Als "überblöd" empfand Trainer Vincent Kompany die Aktion, die dem Spiel seiner Elf nach erfolgreicher Aufholjagd ein Stoppschild verpasste. Auch Doppelpacker Harry Kane meinte: "Du musst in diesen Momenten klug sein, die Emotionen kontrollieren. Aber es ist Fußball, es ist das Leben. Man macht manchmal Fehler."
Tripic, meinte der Münchner Sportvorstand Max Eberl, habe "gespielt wie ein Drecksack, der wollte das Spiel gewinnen. Wir haben uns provozieren lassen - und er hat das erreicht, was er wollte, nämlich, dass ein Spieler vom Platz fliegt." Und Viking, zum Auftakt noch 1:3 beim VfB Stuttgart unterlegen, erstmals in der Königsklasse punktete.
P.Navarro--TFWP