The Fort Worth Press - Zahl der Alleinerziehenden leicht zurückgegangen - Armutsrisiko bleibt hoch

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Zahl der Alleinerziehenden leicht zurückgegangen - Armutsrisiko bleibt hoch
Zahl der Alleinerziehenden leicht zurückgegangen - Armutsrisiko bleibt hoch / Foto: © AFP/Archiv

Zahl der Alleinerziehenden leicht zurückgegangen - Armutsrisiko bleibt hoch

Die Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland ist im Zehnjahresvergleich leicht zurückgegangen. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlichte. Familien mit nur einem Elternteil haben demnach ein deutlich höheres Armutsrisiko als der Durchschnitt der Bevölkerung. Kritik gab es vor diesem Hintergrund an von der Regierung geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss.

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Laut der Statistik gab es 2025 in Deutschland 1,62 Millionen Alleinerziehende. Vor zehn Jahren waren es 1,65 Millionen Alleinerziehende gewesen. Damit gab es damals wie heute in knapp jeder fünften Familie mit Kindern unter 18 Jahren nur ein Elternteil.

Nach wie vor sind es überwiegend Mütter, die Kinder alleine erziehen. 84,4 Prozent der Alleinerziehenden waren 2025 weiblich. 2015 hatte ihr Anteil bei 88,9 Prozent gelegen. Dementsprechend stieg der Anteil der alleinerziehenden Väter binnen zehn Jahren auf zuletzt 15,6 Prozent.

28,9 Prozent der Menschen in Alleinerziehenden-Haushalten hatten laut der Statistik 2025 ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Damit war die Armutsgefährdungsquote bei Haushalten von Alleinerziehenden mehr als doppelt so hoch wie die von Menschen in Paarhaushalten mit Kindern. Dort lag der Anteil bei zwölf Prozent. Über alle Haushaltstypen hinweg waren 16,1 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht.

Ein Vorschlag von Bundesfamilienministern Karin Prien (CDU) sieht vor, Unterhaltsvorschuss künftig nur noch für Kinder unter 16 Jahren zu bewilligen. Betroffen von dieser Reform wären 21,2 Prozent der Familien Alleinerziehender. 16,8 Prozent aller Minderjährigen in Deutschland leben mit nur einem Elternteil zusammen.

Unterhaltsvorschuss wird derzeit für Kinder bis 18 Jahre gezahlt. Anspruch auf die staatliche Sozialleistung haben Kinder von Alleinerziehenden, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, nicht bekannt oder verstorben ist.

Während alleinerziehende Mütter häufiger in Vollzeit arbeiten als Mütter in einer Partnerschaft, ist es bei Vätern umgekehrt. 38,6 Prozent der alleinerziehenden Mütter mit minderjährigen Kindern arbeitete 2025 in Vollzeit. Bei Müttern, die in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft lebten, waren es 30,7 Prozent.

Von den alleinerziehenden Vätern arbeiteten 83,8 Prozent in Vollzeit, von Vätern in Partnerschaft waren es 91,5 Prozent. Insgesamt waren 71,8 Prozent der Alleinerziehenden erwerbstätig. Väter arbeiteten zu 82,8 Prozent, Mütter zu 69,8 Prozent.

Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann, sprach mit Blick auf das erhöhte Armutsrisiko für Familien von Alleinerziehenden von einem "Alarmsignal". Die Regierungspläne für Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss, beim Wohngeld und beim Kindersofortzuschlag seien vor diesem Hintergrund skandalös. "Die Leidtragenden dieser Situation sind vor allem die Kinder", warnte Hofmann.

Um die Lage von Alleinerziehenden zu verbessern, müssten diese stärker dabei unterstützt werden, den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder durch eigene Erwerbstätigkeit sicherzustellen, forderte das Kinderhilfswerk. Verlangt wurden etwa armutsfeste Löhne, flexible Kinderbetreuungsmöglichkeiten sowie Hilfen beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt.

"Und da, wo der Staat finanziell einspringen muss, um den Lebensunterhalt zu gewährleisten, braucht es eine existenzsichernde Grundsicherung", verlangte Hofmann. Für Kinder müsse gemäß der UN-Kinderrechtskonvention "das Recht auf ihr soziokulturelles Existenzminimum gesichert sein", ebenso ein chancengerechter Zugang zu Bildung und einer angemessenen beruflichen Entwicklung.

Kritik an den geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss übte auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB). Die Regierung setze damit "ein absolut falsches Zeichen", warnte DGB-Vize Elke Hannack. Belastet würden in erster Linie die Frauen mit alleiniger Sorgeverantwortung sowie junge Menschen, konkret 373.000 Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren.

F.Garcia--TFWP