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Im Konflikt um den Sparkurs bei Volkswagen hat die Gewerkschaft IG Metall massive Streiks angekündigt, sollte der Autobauer die Kündigung von Tarifverträgen nicht zurücknehmen. Die Stimmung der Belegschaft habe "den Siedepunkt erreicht", sagte der IG-Metall-Bezirksleiter für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, am Freitag in Hannover. "Der Kredit des Vorstands ist längst aufgebraucht und alles deutet auf eine Auseinandersetzung hin, die größer werden könnte als alles das, was dieser Konzern jemals erlebt hat."
Die IG Metall werde in den kommenden Wochen "den Dialog mit der Belegschaft vertiefen und wir werden - weil wir es müssen, nicht weil wir es wollen - die Eskalation vorbereiten", fuhr Gröger fort.
Für Freitag war erneut ein Krisentreffen zwischen Vertreterinnen und Vertretern von IG Metall, VW-Betriebsrat und Management angesetzt. Am frühen Nachmittag liefen noch Gespräche, wie die AFP aus Verhandlungskreisen erfuhr.
Die Arbeitnehmervertreter fordern Antworten auf Fragen zur Zukunft der Werke des Autobauers bis in die 2030er Jahre. In der Tarifeinigung 2024 hatte das VW-Management eine Reihe von Zusagen zu Investitionen und neuen Produkten gemacht, inzwischen hat der Konzernvorstand jedoch einen verschärften Sparkurs vorgestellt.
Ab 2030 stehen demnach die drei VW-Werke Hannover, Zwickau, Emden und das Audi-Werk Neckarsulm auf der Kippe. Die Arbeitnehmerseite habe deshalb Zweifel mit Blick auf die Zukunftszusagen aus 2024, hieß es. Ein erstes sogenanntes "Überprüfungsgespräch" hatte es am 30. September gegeben - am selben Tag kündigte VW eine ganze Reihe von Tarifverträgen.
Gröger erklärte, der 30. September markiere eine "Zäsur", die in der Geschichte des Konzerns kein Vorbild habe. "Die Kündigung von zehn Tarifverträgen ist ein Angriff auf die Beschäftigten, der in der Geschichte von Volkswagen seines Gleichens sucht."
"Wir erwarten von Volkswagen, dass dieser Vertrauensbruch, der jetzt vollzogen worden ist, dass der rückgängig gemacht wird. Eine Kündigung, die man übermittelt hat, kann man auch zurücknehmen", erklärte der Verhandlungsführer der IG Metall für den Volkswagen-Haustarifvertrag weiter.
Wenn diese "Einsicht" seitens des Konzerns aber nicht erfolge, "dann wären die Folgen gewaltig", sagte Gröger. Dem Unternehmen werde "noch bis Ende Oktober" Zeit gegeben, die Kündigungen wieder zurückzunehmen. Ansonsten rolle "eine gewaltige Maschinerie an", die "den Arbeitskampf bei Volkswahlen vorbereitet, sagte Gröger. "Wir suchen den Konflikt nicht, aber wir sind vorbereitet."
Wenn Volkswagen neue Perspektiven für Standorte eröffnen wolle, sei die Bereitschaft auf Arbeitnehmerseite da, Standorte mit zusätzlichen Geschäftsfeldern zu ergänzen, sagte VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo. "Wer unter dem Etikett des Neuen hingegen bereits gegebene Zusagen abräumen will, wird auf unseren entschiedenen Widerstand treffen", erklärte sie.
Die Friedenspflicht ende am 31. Dezember - diesen Tag "sollten sich die Vorstände deshalb jetzt schon mal dick in den Kalender einkreisen", sagte IG-Metall-Verhandlungsführer Gröger. Die Vereinbarungen mit Volkswagen regelten, dass der 3. Dezember der späteste Termin sei, an dem Tarifverhandlungen beginnen müssten. Die Arbeitnehmerseite fordere aber das Unternehmen auf, "jetzt nicht zu viel Zeit zu verlieren und bereits am 24. November mit uns an den Verhandlungstisch zu kommen, um über die Wiederherstellung der tariflichen Standards bei Volkswagen zu verhandeln".
B.Martinez--TFWP