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Die Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins ist in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Das beschloss das Welterbekomitee der Organisation bei seiner aktuellen Sitzung im südkoreanischen Busan, wie die deutsche Unesco-Kommission am Sonntag in Bonn mitteilte. Die Aufnahme in die globale Liste der Kultur- und Naturerbes erfolgte demnach als Teil der so genannten Siedlungen der Berliner Moderne. Diese gehören schon seit 2008 als Beispiele für modernen Wohnungsbau zu der Welterbeliste.
Nach Angaben der deutschen Unesco-Kommission verfügt die Bundesrepublik über 55 Welterbestätten, weltweit sind es mehr als 1250. Etwa 60 davon gelten aktuell als bedroht. "Die Siedlungen der Berliner Moderne sind weit mehr als herausragende Architektur. Sie zeigen bis heute, worauf es bei gutem, bezahlbarem und gesundem Wohnen ankommt", erklärte die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, am Sonntag.
Die jüngste Erweiterung um die Waldsiedlung zeige, wie "visionär diese Wohnkonzepte vor hundert Jahren waren – und wie aktuell sie noch immer sind", fügte Böhmer hinzu. Die Siedlung besteht insgesamt aus etwa 1100 Mehrfamilienhäuser und verschiedenen Reihen- sowie Einfamilienhäuser, die zwischen 1926 bis 1932 unter der Planung von Architekten wie Bruno Taut nahe des heutigen U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte errichtet wurden.
Berlinerinnen und Berlinern nennen das Viertel auch Papageiensiedlung, denn die Hausfassaden sind allesamt in verschiedenen Farben bemalt - Ostfassaden in Gelb und Grün, Westfassaden in Braun und Bordeauxrot.
In den ersten Jahren nach dem Siedlungsbau sorgte das knallige Erscheinungsbild des Viertels auch immer wieder für Spott. "Zigarrenkistenkunst, die nach Südamerika gehört", soll ein Bezirksbürgermeister die visionären Bauten damals genannt haben.
Ebenfalls zum Welterbe der Siedlungen der Berliner Moderne gehören unter anderem die Gartenstadt Falkenberg, die Hufeisensiedlung, die Wohnstadt Carl Legien und die Großsiedlung Siemensstadt. Der deutschen Unesco-Kommission zufolge waren die von 1913 bis 1934 realisierten Projekte eine "Antwort auf Wohnungsnot, soziale Herausforderungen und unzureichende hygienische Bedingungen in der schnell wachsenden Stadt jener Zeit". Sie setzten weltweit Maßstäbe im sozialen Wohnungsbau.
C.Rojas--TFWP