The Fort Worth Press - Ökonomen bezweifeln Reformwillen der Regierung - Linnemann macht Druck auf SPD

USD -
AED 3.672499
AFN 62.496346
ALL 82.001718
AMD 366.494845
ANG 1.79046
AOA 918.000322
ARS 1402.038196
AUD 1.397155
AWG 1.8
AZN 1.689039
BAM 1.680241
BBD 2.006873
BDT 122.465636
BGN 1.66992
BHD 0.375773
BIF 2967.08208
BMD 1
BND 1.276235
BOB 6.88488
BRL 5.021602
BSD 0.996392
BTN 95.293814
BWP 13.475945
BYN 2.735739
BYR 19600
BZD 2.003952
CAD 1.38051
CDF 2254.999746
CHF 0.78243
CLF 0.022795
CLP 897.129915
CNY 6.79475
CNH 6.79046
COP 3681.68
CRC 450.945017
CUC 1
CUP 26.5
CVE 94.729381
CZK 20.86865
DJF 177.431271
DKK 6.4201
DOP 58.728522
DZD 133.167526
EGP 52.959397
ERN 15
ETB 160.632302
EUR 0.8592
FJD 2.206101
FKP 0.744085
GBP 0.741805
GEL 2.659993
GGP 0.744085
GHS 11.568729
GIP 0.744085
GMD 72.498462
GNF 8736.570692
GTQ 7.597938
GYD 208.427835
HKD 7.83525
HNL 26.50945
HRK 6.471301
HTG 130.537172
HUF 307.4695
IDR 17699
ILS 2.890968
IMP 0.744085
INR 95.71975
IQD 1305.24055
IRR 1323400.000246
ISK 123.550204
JEP 0.744085
JMD 157.293814
JOD 0.709031
JPY 158.921502
KES 129.503721
KGS 87.449908
KHR 3994.843146
KMF 425.000193
KPW 900.001042
KRW 1513.885341
KWD 0.30951
KYD 0.830326
KZT 470.541237
LAK 21836.769759
LBP 89248.453608
LKR 333.281787
LRD 182.33677
LSL 16.435137
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.349656
MAD 9.192096
MDL 17.282646
MGA 4186.426117
MKD 52.955326
MMK 2099.467275
MNT 3579.906471
MOP 8.042182
MRU 39.816151
MUR 47.379934
MVR 15.396076
MWK 1727.749141
MXN 17.2622
MYR 3.954103
MZN 63.898126
NAD 16.435137
NGN 1367.630172
NIO 36.682424
NOK 9.267925
NPR 152.469931
NZD 1.702955
OMR 0.384751
PAB 0.996392
PEN 3.397165
PGK 4.345361
PHP 61.582017
PKR 277.408419
PLN 3.64105
PYG 6072.164948
QAR 3.642955
RON 4.507298
RSD 100.867698
RUB 70.994377
RWF 1456.701031
SAR 3.740034
SBD 8.045182
SCR 13.690722
SDG 600.500338
SEK 9.31543
SGD 1.277185
SHP 0.746601
SLE 24.600714
SLL 20969.502105
SOS 569.415808
SRD 37.154007
STD 20697.981008
STN 21.057155
SVC 8.718213
SYP 110.525094
SZL 16.431271
THB 32.549924
TJS 9.256529
TMT 3.5
TND 2.916838
TOP 2.40776
TRY 45.7326
TTD 6.762887
TWD 31.453992
TZS 2605.67301
UAH 44.098883
UGX 3773.195876
UYU 39.888316
UZS 11954.467354
VES 526.210498
VND 26365
VUV 117.452558
WST 2.724798
XAF 563.536942
XAG 0.012738
XAU 0.000219
XCD 2.70255
XCG 1.79579
XDR 0.700859
XOF 563.536942
XPF 102.457045
YER 238.650185
ZAR 16.35285
ZMK 9001.207848
ZMW 18.756873
ZWL 321.999592
  • Goldpreis

    0.0000

    4523.2

    0%

  • EUR/USD

    0.0041

    1.1646

    +0.35%

  • DAX

    281.7600

    24888.56

    +1.13%

  • MDAX

    301.1700

    32108.27

    +0.94%

  • SDAX

    232.9500

    18736.95

    +1.24%

  • Euro STOXX 50

    59.1300

    6019.45

    +0.98%

  • TecDAX

    77.2900

    4036.09

    +1.91%

Ökonomen bezweifeln Reformwillen der Regierung - Linnemann macht Druck auf SPD
Ökonomen bezweifeln Reformwillen der Regierung - Linnemann macht Druck auf SPD / Foto: © AFP/Archiv

Ökonomen bezweifeln Reformwillen der Regierung - Linnemann macht Druck auf SPD

Führende Ökonomen haben die Reformbereitschaft der Bundesregierung infrage gestellt. "Als Realist fehlt mir die Fantasie", sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der "Welt am Sonntag" mit Blick auf die Umsetzung wichtiger Reformen. Der Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, führt das Zögern auf den nach wie vor robusten Arbeitsmarkt zurück.

Textgröße:

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) persönlich traue er den großen Wurf bei Subventionen, Steuern und Rente zu, sagte Fratzscher. Er sehe jedoch nicht, "dass die Parteien bereit sind, das mitzutragen. CDU, CSU und SPD sind die größten Hürden".

"Noch ist der Druck offenkundig nicht hoch genug", sagte IWH-Vizepräsident Holtemöller der "Welt am Sonntag" mit Blick auf den nach wie vor stabilen Arbeitsmarkt. Anders als zu den Agenda-Zeiten zu Beginn der 2000er Jahre sei Massenarbeitslosigkeit bislang kein Thema.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann erhöhte den Druck auf den Koalitionspartner SPD, Reformen zuzustimmen. In der "Bild am Sonntag" schlug er eine radikale Kehrtwende beim Bürokratie-Abbau vor. "In einem ersten Schritt müssen etwa alle Berichte, Dokumentations- und Statistikpflichten für den Mittelstand und das Handwerk zum 31.12.2026 ersatzlos auslaufen, wenn der Staat nicht ausdrücklich belegen kann, dass sie unabdingbar notwendig sind", sagte Linnemann.

Der CDU-Politiker nahm für die anstehenden Reformen SPD-Chef Lars Klingbeil persönlich in die Pflicht. Klingbeil habe Ende März eine "vielgelobte Rede" für Strukturreformen gehalten, sagte Linnemann. "Nun muss er diesen Worten aber auch Taten folgen lassen. Die Union steht jedenfalls bereit."

Besonders deutliche Kritik äußerten die Ökonomen zur Rentenpolitik. Fratzscher hält ein höheres Renteneintrittsalter für unvermeidlich: "Die Rente mit 70 wird kommen", sagte er. Andere Länder wie Dänemark machten es vor. "Und Beispiele wie Japan zeigen: Längeres Arbeiten muss weder krank noch unglücklich machen, auch über 67 oder 70 Jahre hinaus."

Holtemöller sieht Änderungen im Bereich der Altersversorgung ebenfalls als zwingend an. "Eine Konsolidierung des Bundeshaushalts ohne Leistungskürzungen bei der Rente als größtem Einzelposten dürfte kaum möglich sein."

Beide Ökonomen sehen erheblichen Konsolidierungsbedarf im Bundeshaushalt. Holtemöller warb für einen Paradigmenwechsel: weg von pauschalen Subventionen für Branchen, hin zu gezielter Förderung Bedürftiger. Ziele ließen sich so oft kostengünstiger erreichen. "Nicht die Theaterkarte sollte subventioniert werden, sondern der Theatergänger, der sich den Eintritt sonst nicht leisten kann."

Auch DIW-Präsident Fratzscher würde bei Subventionen sparen. "Dieselprivileg, Dienstwagenprivileg, Pendlerpauschale – das sind Milliardenbeträge, die einzelne Gruppen bevorzugen. Das ist weder effizient noch gerecht." Holtemöller plädiert bei der Infrastruktur für eine Nutzerfinanzierung, etwa bei Autobahnen. Digitale Mautsysteme machten dies heute möglich.

Nach Ansicht von CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann kann sich die schwarz-rote Koalition für die großen Sozial- und Steuerreformen notfalls mehr Zeit nehmen als bis zum Beginn der parlamentarischen Sommerpause. "Wir haben auch noch Puffer", sagte der CSU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagszeitungen). Das Kabinett tage den ganzen Sommer hindurch. Zum Selbstverständnis des Koalitionsausschusses gehöre es zudem, "dass wir uns jederzeit zusammensetzen können".

Es sei ein großes Gesamtpaket denkbar, wenn sich die SPD bei einem Thema bewege und die Union bei einem anderen, sagte Hoffmann. Zu einem Gesamtpaket gehörte auch, dass die Union eine Erhöhung der Reichensteuer mitmache, "wenn auch die SPD einen Schritt auf uns zugeht". Die Union brauche dafür "Änderungen in der Arbeitsmarktpolitik".

Gut ein Jahr nach dem Amtsantritt der schwarz-roten Bundesregierung wächst bei einem Großteil der Bevölkerung laut einer aktuellen Umfrage Sorge und Unzufriedenheit über deren Politik. In der vom Meinungsforschungsinstitut Insa wöchentlich für die "Bild am Sonntag" erhobenen repräsentativen Umfrage äußerten 84 Prozent der Befragten große oder sehr große Sorge um Deutschland. 64 Prozent der Befragten waren demnach der Ansicht, dass keine denkbare Koalition in der Lage ist, die Probleme im Land zu lösen. Nur elf Prozent machten sich demnach geringe Sorgen.

Falls die derzeit geplanten großen Reformprojekte der Bundesregierung bei Steuern und Sozialem scheitern sollten, wünschten sich 67 Prozent der Befragten, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Kanzler ausgetauscht werden soll. Selbst unter den Unions-Wählerinnen und -Wählern wären in einer solchen Situation 46 Prozent für einen Kanzlerwechsel.

L.Rodriguez--TFWP