The Fort Worth Press - Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen

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Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen
Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen / Foto: © AFP

Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen

Deutschlands zweitgrößter Automobilzulieferer, das Friedrichshafener Unternehmen ZF, will in den kommenden Jahren tausende Stellen streichen. "Die deutschen Standorte sollen perspektivisch effizienter aufgestellt und zu mehreren Standortverbünden zusammengeführt werden", erklärte ZF am Freitag. Bis Ende 2028 soll sich die Zahl der derzeit rund 54.000 Beschäftigten in Deutschland um 11.000 bis 14.000 reduzieren.

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ZF will den Angaben zufolge beim Stellenabbau nach Möglichkeit auf Altersteilzeitangebote und die Nicht-Neubesetzung von Stellen setzen. "Auch Abfindungsprogramme sind denkbar", erklärte das Unternehmen. Zugleich sollen mehr Prozesse automatisiert und digitalisiert werden.

ZF-Chef Holger Klein erklärte, er wolle ZF "zukunftsfähig ausrichten" und "nachhaltig wettbewerbsfähig" aufstellen. Dabei müssten auch "schwierige, aber notwendige Entscheidungen" getroffen werden. Die Schließung einzelner Standorte werde nicht ausgeschlossen. Klein versprach "bestmögliche Lösungen für alle Beteiligten".

Die Ankündigung kommt zu den bereits bekannten Schließungen der ZF-Standorte in Gelsenkirchen Ende 2024 und Eitorf bis 2027. Im Januar hatten tausende Arbeitnehmer vor der Konzernzentrale in Friedrichshafen gegen den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen demonstriert.

Hintergrund ist ZF zufolge die Antriebswende hin zum E-Auto. Global seien der Wettbewerb und Kostendruck im Bereich der Pkw-Antriebe sehr hoch, was es erschwere, Forschung und Entwicklung im E-Segment querzufinanzieren, erklärte ZF. Zugleich sei der E-Auto-Bereich noch "wenig margenstark" und aktuell wirke sich die "eklatante Nachfrageschwäche nach rein elektrischen Fahrzeugen" aus.

Die Produktion von Elektromotoren benötigt deutlich weniger Arbeitskräfte als die von Verbrennermotoren. Der Autozulieferer Continental hat ebenfalls bereits die Streichung von 7000 Stellen angekündigt. Der deutsche und weltweite Marktführer Bosch will 3500 Stellen abbauen und stellte sich zuletzt mit dem Kauf eines Klimaanlagen-Herstellers aus den USA breiter auf.

"Trotz der aktuellen Marktsituation ist klar: Der Elektromobilität gehört die Zukunft", erklärte ZF-Chef Holger Klein. "Wir sind hier in Vorleistung gegangen und werden in diesen Bereich auch weiterhin stark investieren". Angesichts der schwierigen Marktsituation sei ZF auch offen für Kooperationen und "starke Partnerschaften".

Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die ZF-Chefetage scharf. "Die Unternehmensspitze hat ZF durch strategische Fehleinschätzungen und missglückte Finanzierungsmodelle bei milliardenschweren Zukäufen in eine schwierige Lage gebracht", erklärte Horst Ott von der IG Metall Bayern. "Für diese haarsträubenden Managementfehler sollen die Beschäftigten jetzt den Kopf hinhalten."

"Diese Ankündigung schürt Ängste, wo wir eigentlich den vollen Einsatz für die Belieferung der Kunden, der Bewältigung der Rezession und der Transformation brauchen", erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von ZF, Achim Dietrich. Anstatt die Ursachen für die Krise anzugehen, lenke der Vorstand von "Manager-Versagen" ab. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten "erbitterten" Widerstand an.

D.Johnson--TFWP