The Fort Worth Press - Personalmangel und zu wenig Geld: Bildungsbericht sieht große Herausforderungen

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Personalmangel und zu wenig Geld: Bildungsbericht sieht große Herausforderungen
Personalmangel und zu wenig Geld: Bildungsbericht sieht große Herausforderungen / Foto: © AFP/Archiv

Personalmangel und zu wenig Geld: Bildungsbericht sieht große Herausforderungen

Personalmangel, unzureichende Finanzierung, soziale Ungleichheiten: Das deutsche Bildungssystem steht vor großen Herausforderungen. Dies zeigt der am Montag in Berlin vorgestellte Bericht "Bildung in Deutschland 2024". Gewerkschaften forderten angesichts der Ergebnisse deutlich höhere Investitionen in das Bildungswesen.

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Erstellt wurde der Bericht unter Federführung des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation (DIPF). Diesem zufolge stiegen zwar in den vergangenen zehn Jahren die Ausgaben für Bildung zwar um 46 Prozent. Dies reiche aber nicht ausreicht, um einen erhöhten Bedarf zu decken. Und bezogen auf die Wirtschaftskraft Deutschlands habe der Anteil der Ausgaben am Bruttoinlandsprodukt nur um 0,2 Prozentpunkte zugenommen.

Um über alle Lebensphasen hinweg ein hochwertiges Bildungsangebot zu sichern, müsse das Bildungssystem flexibel und bedarfsorientiert ausfinanziert werden, fordern die Autorinnen und Autoren des Berichts. Dieser wird alle zwei Jahre auf Basis von amtlichen Statistiken sowie sozialwissenschaftlichen Daten und Studien erstellt und durch das Bundesbildungsministerium gefördert.

Ein großes Problem für den Bildungsbereich ist der Analyse zufolge auch der Personalmangel. Bei Kindertagesstätten beispielsweise stieg zwar die Zahl des pädagogischen Personals in den vergangenen zehn Jahren um 54 Prozent, in Westdeutschland erwarten die Forschenden dennoch eine bis 2035 anhaltende Personallücke.

Um den Mangel zu beheben, brauche es kreative Ansätze, betonte einer der Autoren des Berichts, der DIPF-Forscher Kai Maaz. Diese dürften aber nicht eine ausreichende Professionalisierung des Personals aus dem Blick verlieren.

Geprägt ist der deutsche Bildungsbereich den Angaben zufolge auch durch einen abnehmenden Bildungserfolg. Internationale und nationale Bildungsstudien hätten gezeigt, dass die Schulleistungen sowohl im Grundschulbereich als auch in der Sekundarstufe I stagnieren oder sogar zurückgehen.

Der Bildungserfolg ist zudem abhängig von der Herkunft: Nur 32 Prozent der Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien erhielten beispielsweise eine Gymnasialempfehlung, verglichen mit 78 Prozent aus privilegierten Familien. Die Bildungsungleichheiten ziehen sich dabei "durch die Biographie bis in die Erwachsenenbildung hinein", wie Maaz resümierte.

"Der Bildungserfolg hängt immer noch stark von der sozialen Herkunft - wir wollen dies nicht länger hinnehmen", sagte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) bei der Vorstellung des Berichts. Die Bundesregierung setze sich dafür ein, die Erfolgschancen junger Menschen nachhaltig zu verbessern. Als Beispiel dafür nannte die Ministerin das milliardenschwere Startchancen-Programm, mit dem Schulen in Brennpunkten unterstützt werden.

"Wir haben viele Herausforderungen, das bestätigt der Bericht", sagte auch die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die saarländischen Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD). Die dort beschriebenen Entwicklungsbedarfe müssten nun in konkrete Programme münden.

Angesichts der Ergebnisse wurden bereits Forderungen nach höheren Bildungsausgaben laut. "Deutlich mehr Geld in das Bildungssystem, das seit vielen Jahren erheblich unterfinanziert ist", forderte beispielsweise die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Maike Finnern. Mit diesen Mitteln müssten insbesondere arme Kinder und deren Familien unterstützt werden.

Für das Aussetzen und eine Reform der Schuldenbremse sprach sich die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Elke Hannack, aus. Denn "junge Menschen brauchen erstklassig ausgestattete Schulen dringender als ausgeglichene öffentliche Haushalte".

Ein Sondervermögen in gleicher Höhe wie jenes 2022 für die Bundeswehr beschlossene forderte die bildungspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Nicole Gohlke. "Fällig wäre jetzt endlich ein großer Wurf: Ein 100-Milliarden-Euro-Paket für die Bildung."

J.P.Cortez--TFWP