The Fort Worth Press - Chinas Schatten über Mexiko

USD -
AED 3.672502
AFN 65.000265
ALL 79.92783
AMD 363.501836
ANG 1.790365
AOA 916.999587
ARS 1510.498205
AUD 1.405995
AWG 1.8
AZN 1.712179
BAM 1.70475
BBD 2.015105
BDT 122.866121
BGN 1.683441
BHD 0.377158
BIF 3009.975725
BMD 1
BND 1.276579
BOB 10.179685
BRL 5.154403
BSD 1.000449
BTN 95.931629
BWP 13.567684
BYN 3.041441
BYR 19600
BZD 2.012246
CAD 1.398404
CDF 2309.999976
CHF 0.823715
CLF 0.02424
CLP 957.119987
CNY 6.706401
CNH 6.704525
COP 3150.71
CRC 447.578413
CUC 1
CUP 26.5
CVE 96.109511
CZK 21.173502
DJF 178.159742
DKK 6.50867
DOP 59.260873
DZD 133.714345
EGP 52.080939
ERN 15
ETB 163.423038
EUR 0.87071
FJD 2.24075
FKP 0.743677
GBP 0.748735
GEL 2.605033
GGP 0.743677
GHS 11.515883
GIP 0.743677
GMD 73.99977
GNF 8795.70108
GTQ 7.633807
GYD 209.2854
HKD 7.845435
HNL 26.85343
HRK 6.5585
HTG 130.759174
HUF 315.855501
IDR 17734
ILS 3.033885
IMP 0.743677
INR 95.818603
IQD 1310.636666
IRR 1374575.000109
ISK 121.530313
JEP 0.743677
JMD 157.885791
JOD 0.709049
JPY 155.7375
KES 129.560478
KGS 87.449895
KHR 4074.837551
KMF 427.999919
KPW 900.000318
KRW 1381.105007
KWD 0.30843
KYD 0.833795
KZT 445.677328
LAK 22408.751171
LBP 89594.128747
LKR 331.841379
LRD 173.581452
LSL 16.298676
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.355114
MAD 9.52989
MDL 17.564075
MGA 4345.078556
MKD 53.623182
MMK 2099.664815
MNT 3596.851201
MOP 8.084808
MRU 40.080539
MUR 47.659718
MVR 15.409809
MWK 1734.87843
MXN 17.182103
MYR 4.098302
MZN 63.895489
NAD 16.298676
NGN 1330.839669
NIO 36.817998
NOK 9.41601
NPR 153.487582
NZD 1.74388
OMR 0.384511
PAB 1.000458
PEN 3.377685
PGK 4.451379
PHP 62.711998
PKR 277.316313
PLN 3.79376
PYG 5918.423381
QAR 3.647021
RON 4.5821
RSD 102.175986
RUB 84.502542
RWF 1476.267885
SAR 3.713538
SBD 8.000512
SCR 13.793944
SDG 601.515787
SEK 9.817735
SGD 1.275445
SHP 0.746965
SLE 24.640232
SLL 20969.491881
SOS 571.784692
SRD 37.7465
STD 20697.981008
STN 21.354764
SVC 8.754581
SYP 13002.000254
SZL 16.292377
THB 33.258501
TJS 9.229529
TMT 3.5
TND 2.943174
TOP 2.40776
TRY 48.674602
TTD 6.792558
TWD 31.890304
TZS 2653.428013
UAH 44.708507
UGX 3931.959922
UYU 40.225402
UZS 11781.061917
VES 845.45495
VND 26012
VUV 118.307083
WST 2.742913
XAF 571.148122
XAG 0.015236
XAU 0.00023
XCD 2.702549
XCG 1.803158
XDR 0.707052
XOF 571.148122
XPF 103.951572
YER 236.649751
ZAR 16.26681
ZMK 9001.200304
ZMW 19.635051
ZWL 321.999592
SSP 5658.175743
MXV 1.948093
  • Goldpreis

    8.8000

    4396.3

    +0.2%

  • MDAX

    312.3200

    31448.12

    +0.99%

  • SDAX

    100.0300

    18227.33

    +0.55%

  • TecDAX

    11.8300

    3996.35

    +0.3%

  • DAX

    314.4100

    25716.71

    +1.22%

  • EUR/USD

    0.0011

    1.148

    +0.1%

  • Euro STOXX 50

    56.4000

    6322.9

    +0.89%


Chinas Schatten über Mexiko




Washington blickt im Kampf gegen die mexikanischen Drogenkartelle längst nicht mehr nur auf die Grenze zu Mexiko. Die entscheidenden Spuren führen heute durch Chemiefabriken, Containerhäfen, Online-Marktplätze, Wechselstuben, Scheinfirmen und digitale Zahlungsnetze bis nach China. Was auf den Straßen amerikanischer Städte als Fentanylkrise sichtbar wird, ist das Endprodukt einer Liefer- und Finanzkette, die drei Wirtschaftsräume miteinander verbindet: Chinesische Hersteller und Vermittler liefern Ausgangsstoffe und Ausrüstung, mexikanische Kartelle produzieren und schmuggeln die Drogen, der amerikanische Markt liefert Nachfrage und Milliardengewinne.

Die zugespitzte These, China halte Mexikos Drogenkartelle am Leben, ist deshalb nicht völlig falsch, aber sie verlangt Präzision. Es gibt keinen öffentlich belegten Nachweis dafür, dass die chinesische Staatsführung das Sinaloa-Kartell oder das Kartell Jalisco Nueva Generación zentral steuert oder ihnen offiziell Schutz gewährt. Sehr wohl dokumentiert ist jedoch ein kriminelles Ökosystem, in dem Unternehmen, Chemikalienhändler, Geldwäscher und Untergrundbanken mit Verbindungen nach China zentrale Dienstleistungen für mexikanische Organisationen erbringen. Ohne diese Versorgung mit chemischen Vorprodukten, Maschinen, Kapital und diskreter Geldverschiebung wären die Kartelle schwächer, langsamer und erheblich teurer zu betreiben.

Ein Krieg, der in Chemiefabriken beginnt
Die Macht der großen mexikanischen Kartelle beruht heute nicht mehr allein auf Kokainrouten, Schlafmohnfeldern oder bewaffneten Konvois. Synthetische Drogen haben das Geschäftsmodell grundlegend verändert. Fentanyl und Methamphetamin benötigen keine landwirtschaftlichen Anbauflächen, keine Erntezyklen und keine riesigen Plantagen. Entscheidend sind Rezepturen, kontrollierte oder noch nicht kontrollierte Chemikalien, Pillenpressen, Mischanlagen und gut abgeschirmte Labore.

Amerikanische Ermittler betrachten China weiterhin als wichtigsten Ausgangspunkt für viele der chemischen Vorprodukte und Produktionsgeräte, die in mexikanischen Laboren eingesetzt werden. Auch Indien spielt als Lieferland eine wachsende Rolle. Die Ware gelangt häufig über reguläre Handelswege nach Mexiko, besonders über Pazifikhäfen wie Manzanillo. Genau darin liegt das Problem: Zahlreiche Stoffe besitzen legale industrielle oder pharmazeutische Anwendungen. Sie können korrekt deklariert, falsch bezeichnet, über Zwischenhändler umgeleitet oder erst nach mehreren Handelsstufen für die Drogenproduktion abgezweigt werden.

Die Kartelle reagieren zudem schneller als die Gesetzgebung. Wird ein bestimmter Stoff kontrolliert, wechseln Chemiker auf noch nicht kontrollierte Vorstufen oder verändern das Herstellungsverfahren. Nach Chinas umfassender Kontrolle fertiger Fentanylvarianten im Jahr 2019 verlagerte sich die Wertschöpfung noch stärker nach Mexiko. Statt das fertige Opioid direkt aus China zu versenden, wurden zunehmend Ausgangsstoffe exportiert und in mexikanischen Geheimlaboren verarbeitet. Eine Maßnahme, die einen Teil des direkten Handels eindämmte, trug damit zugleich zur Entstehung einer flexibleren Lieferkette bei.

Wie groß diese industrielle Dimension ist, zeigte eine Beschlagnahmung im Jahr 2025. Amerikanische Behörden stellten mehr als 300.000 Kilogramm chemischer Stoffe sicher, die aus China stammten und nach Erkenntnissen der Ermittler für Methamphetaminlabore des Sinaloa-Kartells in Mexiko bestimmt waren. Der Fall betraf nicht Fentanyl, machte aber sichtbar, dass die Verbindung zwischen chinesischer Chemieproduktion und mexikanischer Drogenindustrie weit über ein einzelnes Rauschmittel hinausreicht.

Die eigentliche Lebensader ist das Geld
Drogen zu verkaufen ist nur die erste Hälfte des Geschäfts. Die zweite besteht darin, Bargeld aus amerikanischen Städten in nutzbares Vermögen für Kartellführer, Lieferanten und bewaffnete Strukturen zu verwandeln. Genau an diesem Punkt haben chinesische Geldwäschenetzwerke den traditionellen Markt verändert.

Mexikanische Kartelle verfügen über große Mengen an US-Dollar, können diese wegen strenger Einzahlungsregeln in Mexiko jedoch nicht beliebig in das formelle Bankensystem bringen. Gleichzeitig dürfen chinesische Privatpersonen aufgrund der Kapitalverkehrskontrollen ihres Landes regulär nur begrenzte Devisenbeträge ins Ausland transferieren. Die jährliche Obergrenze liegt im Regelfall bei 50.000 US-Dollar. Wohlhabende Chinesen, die Immobilien, Studiengebühren, Luxusgüter oder Investitionen im Ausland bezahlen wollen, suchen deshalb nach inoffiziellen Wegen zu Dollarliquidität.

Aus diesen gegenläufigen Bedürfnissen entstand ein hochprofitables Tauschsystem. Ein Geldwäscher übernimmt Drogendollar in Los Angeles, New York oder einer anderen amerikanischen Stadt. Dem Kartell wird der Gegenwert in Pesos in Mexiko bereitgestellt. Gleichzeitig zahlt ein Kunde in China Renminbi an einen dortigen Partner ein und erhält dafür Zugriff auf die Dollar in den Vereinigten Staaten. Das Geld muss die Grenze nicht sichtbar in derselben Form überqueren. Konten, Forderungen und Guthaben werden über spiegelbildliche Buchungen miteinander verrechnet.

Für die Kartelle ist dieses Modell außerordentlich attraktiv. Chinesische Netzwerke verlangen nach Erkenntnissen aus Ermittlungsverfahren teilweise nur ein bis zwei Prozent Gebühr, arbeiten schnell und übernehmen einen großen Teil des Entdeckungsrisikos. In Anhörungen des amerikanischen Kongresses wurde sogar beschrieben, dass einzelne Anbieter Auszahlungen garantieren, wenn Bargeld von Behörden beschlagnahmt wird. Damit wird Geldwäsche von einer riskanten Nebenaufgabe zu einer professionellen Dienstleistung mit kalkulierbarem Preis.

Das Ausmaß ist gewaltig, muss aber sauber eingeordnet werden. Die amerikanische Finanzaufsicht wertete für die Jahre 2020 bis 2024 insgesamt 137.153 Verdachtsmeldungen aus, die mutmaßlich mit chinesischen Geldwäschenetzwerken zusammenhingen. Das darin erfasste Transaktionsvolumen lag bei rund 312 Milliarden US-Dollar. Diese Summe ist kein Beleg dafür, dass 312 Milliarden Dollar nachweislich aus mexikanischem Drogenhandel stammen. Es handelt sich um verdächtige Finanzaktivitäten, die neben Kartellgeld auch Betrug, Menschenhandel, illegale Glücksspielgeschäfte, Steuerdelikte und weitere Straftaten umfassen können. Dennoch zeigt die Größenordnung, welche finanzielle Infrastruktur den Kartellen inzwischen zur Verfügung steht.

Die Methoden reichen von Bargeldkurieren und Konten sogenannter Geldesel über Scheinfirmen, Handelsrechnungen und Immobilienkäufe bis zu Kryptowährungen und Stablecoins. Elektronik, Luxuswaren, Geschenkkarten, Fahrzeuge oder Flugtickets können als Wertträger dienen. Auf Online-Plattformen werden Geldwechsel und Zahlungsdienste teils mit der Geschwindigkeit gewöhnlicher Handelsangebote vermittelt. Die Kartelle müssen dadurch immer weniger eigene globale Finanzstrukturen unterhalten. Sie kaufen Geldwäsche als Service ein.

Ein kriminelles Dreieck mit legalen Bauteilen
Die besondere Widerstandskraft dieses Systems entsteht daraus, dass viele seiner Bestandteile zunächst legal wirken. Eine Chemikalie kann in der Kunststoff-, Pharma- oder Lackindustrie gebraucht werden. Ein chinesischer Student kann ein Bankkonto eröffnen, ohne zu erkennen, dass er als Geldesel angeworben wurde. Eine Handelsfirma kann reale Waren verschicken und zugleich manipulierte Rechnungen verwenden. Eine Immobilie kann mit scheinbar sauberem Geld erworben werden, obwohl die dahinterstehende Wertübertragung auf Drogenerlösen beruht.

Deshalb wäre es falsch, chinesische Staatsangehörige oder die chinesische Diaspora pauschal mit organisierter Kriminalität gleichzusetzen. Der Begriff chinesisches Geldwäschenetzwerk beschreibt Herkunft, Sprache, Geschäftsbeziehungen und die Nutzung chinesischer Finanz- und Kommunikationsräume. Er ist keine Aussage über eine ethnische Gruppe. Viele Beteiligte handeln wissentlich kriminell, andere werden getäuscht oder erkennen die Funktion ihrer Transaktionen nicht.

Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen chinesischem Staat und chinesischen Akteuren. Washington wirft Peking vor, regulatorische Lücken, unzureichende Strafverfolgung und die geringe Kontrolle bestimmter Chemieunternehmen zu dulden. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jede Lieferung staatlich angeordnet oder politisch gewollt ist. Die stärkste Kritik an China liegt nicht in einer bislang unbewiesenen geheimen Allianz mit den Kartellen, sondern in der Frage, warum ein hochgradig kontrollierter Staat über Jahre hinweg nicht konsequenter gegen offen werbende Lieferanten, Untergrundbanken und verdächtige Zahlungsströme vorgegangen ist.

Washington greift die Finanzarchitektur an
Die amerikanische Strategie hat sich deshalb verschoben. Grenzkontrollen und Drogenbeschlagnahmungen bleiben wichtig, reichen aber nicht aus. Washington versucht zunehmend, die Kartelle wie international vernetzte Sicherheitsbedrohungen zu behandeln. Mehrere mexikanische Organisationen, darunter das Sinaloa-Kartell und das Kartell Jalisco Nueva Generación, wurden von den Vereinigten Staaten als ausländische Terrororganisationen eingestuft. Dadurch können Finanzsanktionen, Geheimdienstmittel und Strafverfolgungsinstrumente breiter eingesetzt werden.

Im Jahr 2025 nahmen amerikanische Behörden drei mexikanische Finanzhäuser ins Visier. Ihnen wurde vorgeworfen, über Jahre Zahlungen an chinesische Unternehmen ermöglicht zu haben, die Vorprodukte für die illegale Fentanylherstellung lieferten, und zugleich Geldwäsche für Kartelle nicht ausreichend verhindert zu haben. Die Maßnahmen zielten darauf, diese Institute vom amerikanischen Finanzsystem abzuschneiden. Mexiko verlangte Belege und warnte vor den Folgen einseitiger Schritte für sein Bankensystem.

Im Juni 2026 rückte der amerikanische Kongress die chinesischen Geldwäschenetzwerke erneut ins Zentrum. Die Sorge in Washington richtet sich nicht mehr nur auf einzelne Kuriere, sondern auf ein globales Dienstleistungsmodell, das Kartellgewinne beinahe in Echtzeit verfügbar macht. Gefordert werden spezialisierte Ermittlungsgruppen, ein besserer Austausch zwischen Banken und Behörden, strengere Transparenz bei wirtschaftlich Berechtigten, schärfere Kontrollen von Handelsrechnungen und eine engere Überwachung digitaler Vermögenswerte.

Gleichzeitig setzt die Regierung auf Zölle und wirtschaftlichen Druck gegenüber China. Diese Politik kann Verhandlungen erzwingen, birgt aber Risiken. Wird die Drogenbekämpfung vollständig mit dem Handelskonflikt verknüpft, kann jede politische Krise die polizeiliche Zusammenarbeit blockieren. Kriminelle Netzwerke profitieren gerade von solchen Unterbrechungen, weil ihre Geschäfte grenzüberschreitend weiterlaufen, während Behördeninformationen an nationalen und diplomatischen Grenzen hängen bleiben.

Mexiko zwischen Kooperation und Souveränität
Mexiko ist in diesem Dreieck nicht nur Transitland, sondern zugleich Opfer, Produktionsstandort und politisches Schlachtfeld. Kartelle kontrollieren Labore und Transportwege, infiltrieren Häfen und unterhalten lokale Schutznetzwerke. Sie finanzieren bewaffnete Einheiten, korrumpieren Amtsträger, bedrohen Journalisten und Unternehmer und diversifizieren ihre Einnahmen in Kraftstoffdiebstahl, Menschenschmuggel, Schutzgelder und legale Wirtschaftsbereiche.

Die Regierung von Präsidentin Claudia Sheinbaum hat den Sicherheitsdruck erhöht, Kartellmitglieder an die Vereinigten Staaten überstellt und die Zusammenarbeit bei Drogenbekämpfung und Finanzermittlungen ausgeweitet. Zugleich lehnt Mexiko jede Vorstellung ab, amerikanische Streitkräfte könnten eigenmächtig auf mexikanischem Boden gegen Kartelle vorgehen. Für die Regierung ist die Grenze klar: Kooperation ja, Verletzung der Souveränität nein.

Diese Haltung ist nachvollziehbar, löst aber das strukturelle Problem nicht. Solange Containerhäfen nicht wirksam überwacht, Zollbehörden nicht gegen Korruption abgeschirmt, Firmenregister nicht transparent und lokale Justizsysteme nicht belastbar sind, finden Kartelle Ersatzrouten. Der Kampf gegen chinesische Vorprodukte kann deshalb nicht in Washington oder Peking allein gewonnen werden. Er entscheidet sich ebenso in mexikanischen Häfen, Lagerhäusern, Banken und Staatsanwaltschaften.

Peking ist Teil des Problems und Teil der Lösung
China weist die amerikanische Darstellung zurück, es trage die Hauptverantwortung für die Fentanylkrise. Peking verweist auf seine strengen Drogengesetze und argumentiert, die Vereinigten Staaten müssten Nachfrage, Abhängigkeit, illegale Verschreibungspraxis und den heimischen Drogenmarkt wirksamer bekämpfen. Dieser Einwand ist nicht bedeutungslos. Ohne den riesigen amerikanischen Absatzmarkt gäbe es die heutige Gewinnmaschine nicht.

Gleichzeitig hat China gezeigt, dass staatliches Handeln die Lieferkette beeinflussen kann. Nach neuen Vereinbarungen mit Washington wurden zusätzliche Vorprodukte kontrolliert, Exportregeln für Lieferungen nach Nordamerika verschärft und Ermittlungen gegen einzelne Firmen und Online-Angebote eingeleitet. Im Februar 2026 trafen sich amerikanische und chinesische Fachleute zu einer bilateralen Arbeitsgruppe über synthetische Drogen, chemische Lieferketten, Pillenpressen, Online-Werbung und illegale Finanzströme. Im Mai nahm China drei weitere Chemikalien in die Kontrolle für Ausfuhren nach Kanada, Mexiko und in die Vereinigten Staaten auf und warnte Unternehmen vor acht weiteren Stoffen, die zur Herstellung synthetischer Drogen missbraucht werden können.

Das ist Fortschritt, aber keine dauerhafte Lösung. Chemische Verbote funktionieren nur, wenn sie kontrolliert, strafrechtlich verfolgt und international abgestimmt werden. Andernfalls ändern Händler Produktnamen, verschieben Lieferungen über Drittländer oder bieten nicht gelistete Ersatzstoffe an. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass Regulierung ohne konsequente Durchsetzung lediglich den nächsten Innovationszyklus der Kartelle auslöst.

Sinkende Todeszahlen sind keine Entwarnung
Die amerikanische Drogenkrise hat zuletzt dennoch eine bemerkenswerte Wendung genommen. Nach vorläufigen Zahlen starben im Jahr 2025 knapp 70.000 Menschen in den Vereinigten Staaten an einer Überdosis. Das waren fast 14 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Todesfälle mit Opioidbeteiligung sank von rund 55.300 auf etwa 44.600. Auch zu Beginn des Jahres 2026 setzte sich der Rückgang fort.

Die Ursachen sind umstritten. Der breitere Zugang zum Gegenmittel Naloxon, bessere Behandlungsangebote, Veränderungen im Konsumverhalten und lokale Präventionsprogramme haben wahrscheinlich Leben gerettet. Gleichzeitig deuten Daten aus beschlagnahmtem Fentanyl auf eine zeitweilige Verschlechterung der Reinheit und auf Schwierigkeiten bei der Beschaffung bestimmter Vorprodukte hin. Einige Fachleute sehen darin Hinweise auf einen Versorgungsschock, der zumindest teilweise durch chinesische Kontrollen und den internationalen Druck auf Lieferanten ausgelöst wurde.

Gerade dieser mögliche Zusammenhang ist für Washington bedeutsam. Er würde zeigen, dass Maßnahmen am Anfang der Lieferkette Wirkung entfalten können. Er zeigt aber ebenso, wie gefährlich Selbstzufriedenheit wäre. Kartelle können Mischungen verändern, neue synthetische Opioide einsetzen, Methamphetamin stärker vermarkten oder auf andere Chemikalien ausweichen. Sinkende Todeszahlen bedeuten nicht, dass die Finanz- und Produktionsstrukturen verschwunden sind.

Der Kampf wird nicht an einer einzigen Grenze entschieden
Washingtons Alarmbereitschaft ist deshalb berechtigt, sofern sie nicht in eine zu einfache Schuldzuweisung umschlägt. Die Kartelle werden nicht allein durch China am Leben gehalten. Sie leben von amerikanischer Nachfrage, Bargeld und Finanzlücken, von mexikanischer Korruption und schwachen Institutionen sowie von chinesischen Chemie- und Geldwäschediensten. Jede Seite des Dreiecks liefert einen unverzichtbaren Teil.

Eine wirksame Strategie muss gleichzeitig an mehreren Punkten ansetzen. Chemikalien brauchen eine durchgehende Rückverfolgbarkeit vom Hersteller bis zum Endkunden. Hochriskante Lieferungen müssen bereits vor dem Verladen geprüft werden. Häfen wie Manzanillo benötigen moderne Analytik, unabhängige Kontrolle und vor Korruption geschützte Einheiten. Banken, Kryptodienste und Immobilienregister müssen wirtschaftlich Berechtigte zuverlässig identifizieren. Online-Plattformen dürfen nicht länger als Schaufenster für verdächtige Chemikalien und inoffizielle Geldwechsel dienen. Parallel dazu müssen die Vereinigten Staaten Behandlung, Prävention und Nachfragereduktion ausbauen.

Die entscheidende Erkenntnis lautet: Kartelle sind heute keine isolierten Banden, sondern globale Unternehmen ohne rechtliche Fesseln. Die chinesische Staatsführung stellt ihnen nicht offen einen Rettungsring zur Verfügung. Doch Lieferanten, Untergrundbanken und digitale Netzwerke mit Verbindungen nach China liefern einen erheblichen Teil der Chemie und der finanziellen Infrastruktur, die ihr Geschäftsmodell belastbar macht. Solange diese Verbindung nicht dauerhaft unterbrochen wird, kann Washington an der Grenze Tonnen beschlagnahmen und Anführer festnehmen, während das System dahinter weiterarbeitet.

Der gefährlichste Gegner ist deshalb nicht ein einzelner Kartellboss. Es ist die internationale Architektur, die chemische Produktion, legale Handelswege, Kapitalflucht, digitale Zahlungen und amerikanische Drogennachfrage zu einem nahezu selbstheilenden Markt verbindet. Genau deshalb ist Washington in Alarmbereitschaft.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...