The Fort Worth Press - Neues Europa nach Draghi?

USD -
AED 3.672501
AFN 64.999926
ALL 83.124975
AMD 376.619516
ANG 1.790083
AOA 917.000397
ARS 1393.262098
AUD 1.445212
AWG 1.8
AZN 1.697576
BAM 1.695072
BBD 2.009612
BDT 122.428639
BGN 1.709309
BHD 0.377584
BIF 2971
BMD 1
BND 1.2851
BOB 6.894519
BRL 5.1409
BSD 0.997742
BTN 92.939509
BWP 13.688562
BYN 2.956504
BYR 19600
BZD 2.006665
CAD 1.39183
CDF 2300.000147
CHF 0.798945
CLF 0.023208
CLP 916.397863
CNY 6.882603
CNH 6.87722
COP 3683.02
CRC 464.279833
CUC 1
CUP 26.5
CVE 95.87505
CZK 21.259202
DJF 177.720296
DKK 6.477425
DOP 60.625009
DZD 133.033145
EGP 54.462702
ERN 15
ETB 156.702191
EUR 0.86681
FJD 2.238199
FKP 0.75717
GBP 0.755795
GEL 2.680046
GGP 0.75717
GHS 11.009793
GIP 0.75717
GMD 73.503383
GNF 8777.49797
GTQ 7.632939
GYD 208.828972
HKD 7.83718
HNL 26.61009
HRK 6.532702
HTG 130.952897
HUF 330.730972
IDR 17083
ILS 3.15063
IMP 0.75717
INR 92.977502
IQD 1310
IRR 1315799.999706
ISK 125.170136
JEP 0.75717
JMD 157.303566
JOD 0.709003
JPY 159.760503
KES 130.000286
KGS 87.449923
KHR 4012.49797
KMF 426.999701
KPW 899.999766
KRW 1503.464983
KWD 0.30975
KYD 0.831502
KZT 472.805432
LAK 21959.999986
LBP 89540.13367
LKR 314.804623
LRD 184.250026
LSL 16.864994
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.374976
MAD 9.377498
MDL 17.55613
MGA 4161.000254
MKD 53.431509
MMK 2099.768269
MNT 3572.241801
MOP 8.055104
MRU 40.11993
MUR 47.019821
MVR 15.449851
MWK 1736.500541
MXN 17.7763
MYR 4.038004
MZN 63.960159
NAD 16.870625
NGN 1379.072598
NIO 36.730244
NOK 9.699802
NPR 148.701282
NZD 1.75268
OMR 0.384495
PAB 0.997734
PEN 3.42625
PGK 4.307019
PHP 60.264499
PKR 279.050327
PLN 3.701745
PYG 6454.29687
QAR 3.645097
RON 4.418502
RSD 101.715985
RUB 78.742535
RWF 1461
SAR 3.7539
SBD 8.04524
SCR 14.90274
SDG 601.000245
SEK 9.4697
SGD 1.285325
SHP 0.750259
SLE 24.598164
SLL 20969.510825
SOS 571.507249
SRD 37.351001
STD 20697.981008
STN 21.55
SVC 8.730169
SYP 110.564494
SZL 16.860372
THB 32.620501
TJS 9.563492
TMT 3.5
TND 2.918989
TOP 2.40776
TRY 44.6077
TTD 6.768937
TWD 31.935991
TZS 2599.999763
UAH 43.698134
UGX 3743.234401
UYU 40.405091
UZS 12174.999852
VES 473.467204
VND 26341.5
VUV 119.305544
WST 2.766278
XAF 568.506489
XAG 0.013819
XAU 0.000215
XCD 2.702551
XCG 1.798209
XDR 0.706253
XOF 568.491204
XPF 103.650022
YER 238.600967
ZAR 16.89065
ZMK 9001.203539
ZMW 19.281421
ZWL 321.999592
  • DAX

    44.1300

    23212.21

    +0.19%

  • MDAX

    60.7100

    28976.97

    +0.21%

  • SDAX

    78.0800

    16802.15

    +0.46%

  • Euro STOXX 50

    6.4800

    5699.34

    +0.11%

  • Goldpreis

    -6.8000

    4677.9

    -0.15%

  • TecDAX

    2.4100

    3470.32

    +0.07%

  • EUR/USD

    0.0017

    1.1563

    +0.15%


Neues Europa nach Draghi?




m September 2024 legte Mario Draghi einen umfassenden Bericht vor, der der Europäischen Union ihre „existenzielle Herausforderung“ vor Augen führte: Nur durch tiefgreifende Reformen, massive Investitionen in Zukunftstechnologien und eine vollendete Kapital‑ und Energieunion könne der Kontinent wieder konkurrenzfähig werden. Der Bericht verlangte ein jährliches Investitionsvolumen von rund 800 Milliarden Euro – bis zu fünf Prozent des EU‑Bruttoinlandsprodukts – für künstliche Intelligenz, grüne Technologien, Verteidigung und die Stärkung junger Unternehmen. Er warnte vor einer „langsamen Agonie“, sollte die EU die technologische Lücke zu den USA und China nicht schließen.

Ein Jahr später fällt die Zwischenbilanz ernüchternd aus. Nach Schätzungen von Analysten wurden bis September 2025 nur rund zehn bis elf Prozent der Empfehlungen des Berichts umgesetzt. Eine Evaluierung der Fortschritte spricht von gerade einmal elf Prozent realisierter Maßnahmen, während geopolitische Ablenkungen wie Handelskonflikte mit den USA und der Krieg in der Ukraine Ressourcen und Aufmerksamkeit binden. Auf einer hochrangigen Konferenz im September 2025 räumten europäische Entscheidungsträger ein, dass die EU bislang eher mit Konzeptpapieren als mit konkreten Maßnahmen geglänzt hat. Zwar wurde im Januar 2025 die sogenannte „Kompass‑Strategie“ vorgestellt und inzwischen über eine Billion Euro an Programmen zur Förderung von Innovation, Clean‑Tech und Sicherheit mobilisiert. Doch der Großteil der Initiativen befindet sich noch im Planungsstadium, und die Umsetzung verläuft schleppend.

Eine wachsende Produktivitätslücke
Kern des Draghi‑Berichts war die Diagnose einer strukturellen Produktivitätslücke: Europa hat die Produktivitätsgewinne der digitalen Revolution nicht im gleichen Maße genutzt wie die USA. Während sich die USA und asiatische Wettbewerber dynamisch weiterentwickeln, stagniert die europäische Wirtschaft. Die Forschungs‑ und Entwicklungsquote der EU liegt mit rund 2,2 Prozent des BIP deutlich unter der seit 2000 angestrebten Drei‑Prozent‑Marke und weit hinter Ländern wie den USA (3,6 Prozent) oder Südkorea (fast fünf Prozent). Ohne eine starke Innovationsfinanzierung droht Europa, dauerhaft in der zweiten Liga zu spielen. Private Ersparnisse bleiben in Immobilien oder niedrig verzinsten Anlageformen gebunden, weil der Zugang zu Risikokapital weiterhin fragmentiert und nationale Kapitalmärkte zersplittert sind.

Hinzu kommt die Abwanderung junger, wachstumsstarker Unternehmen. Laut dem Bericht haben rund 30 Prozent der vielversprechenden europäischen High‑Tech‑Firmen ihren Sitz in die USA verlegt. Diese Abwanderung verstärkt die technologische Abhängigkeit und verschärft die Produktivitätslücke. Europäische Experten mahnen zudem, dass eine übermäßig komplexe Regulierung und unterschiedliche nationale Vorschriften Start‑ups bremsen und grenzüberschreitendes Wachstum verhindern. Zwar plant die EU einen vereinfachten Rechtsrahmen („28. Regime“), um innovativen Firmen ein europaweites Agieren zu ermöglichen, doch bislang existieren lediglich Ankündigungen.

Fehlende Investitionen und zunehmende Abhängigkeiten
Der Draghi‑Bericht forderte massive Investitionen, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Doch nach einem Jahr ist die Investitionslücke sogar größer geworden. Europa sieht sich steigenden Verteidigungs‑ und Energieausgaben gegenüber. Die Europäische Zentralbank schätzt den jährlichen Investitionsbedarf für den Zeitraum 2025–2031 inzwischen auf rund 1 200 Milliarden Euro – gut 400 Milliarden mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig steigen die öffentlichen Schulden weiter: Selbst ohne die zusätzlichen Verteidigungsausgaben dürfte die europäische Staatsschuldenquote innerhalb eines Jahrzehnts auf etwa 93 Prozent des BIP klettern. Die Handlungsspielräume der Mitgliedstaaten werden enger.

Parallel dazu hat sich Europas außenwirtschaftliches Umfeld verschlechtert. Die Grundlagen des europäischen Wachstums – offener Welthandel und hochwertige Exporte – sind erodiert. Die USA haben die höchsten Zölle seit der Smoot‑Hawley‑Ära eingeführt, während China seinen Handelsüberschuss mit der EU seit Dezember 2024 um fast 20 Prozent ausgebaut hat. Europa musste jüngst ein ungleiches Handelsabkommen akzeptieren, das den Import großer Mengen amerikanischer fossiler Brennstoffe und KI‑Chips vorsieht. Die Abhängigkeit von US‑Verteidigungsschutz und chinesischen Rohstoffen schränkt die europäische Verhandlungsposition ein und zwingt die EU dazu, sich auf fremde Bedingungen einzulassen. Fachleute warnen, dass diese Abhängigkeiten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die politische Souveränität gefährden.

Sektorale Schieflagen
Die Umsetzung der Draghi‑Empfehlungen verläuft in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich. Im Automobilsektor wird zwar der Umstieg auf Elektrofahrzeuge vorangetrieben, gleichzeitig steigt der Druck chinesischer Hersteller, weil Plug‑in‑Hybride von den EU‑Zollmaßnahmen ausgenommen wurden. Lobbyversuche gefährden zudem den 2035 festgelegten Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Bei Halbleitern hat die EU mit dem Chips‑Gesetz und einer staatlichen Koalition zwar die Weichen gestellt, doch mehrere geplante Werke in Deutschland und Polen wurden wegen hoher Kosten und regulatorischer Hürden abgesagt. Fachkräftemangel und komplexe Genehmigungsverfahren bremsen den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Halbleiterindustrie.

Auch die Versorgung mit kritischen Rohstoffen bleibt ein Problem: Ambitionierte Ziele für mehr Selbstversorgung hängen stark von nationalen Initiativen ab; es fehlt an EU‑weiter Finanzierung und Koordinierung. Im Energiebereich haben hohe Preise und fragmentierte Märkte die Lage verschärft. Wichtige Reformen wie gemeinsame Gasbeschaffung, eine stärkere Integration der Stromnetze und Investitionen in Netzausbau kommen nur langsam voran. Energieintensive Branchen wie Stahl oder Chemie verschieben Investitionsentscheidungen, weil hohe Energiepreise und unsichere Nachfrage für CO₂‑arme Produkte die Rahmenbedingungen erschweren. Bei der künstlichen Intelligenz wurden zwar Investitionsprogramme aufgelegt und der Bau von Fabriken angekündigt, aber bisher haben erst etwa 13,5 Prozent der europäischen Unternehmen AI‑Technologien in ihre Prozesse integriert. Auf globaler Ebene produzierte die EU 2024 lediglich drei große KI‑Modelle, während die USA 40 und China 15 hervorbrachten.

Steigende Frustration und der Ruf nach Tempo
Die zögerliche Umsetzung der Draghi‑Empfehlungen sorgt für wachsende Unzufriedenheit. Bürgerinnen und Bürger wie Unternehmen befürworten die Diagnose und die Prioritäten, beklagen aber die mangelnde Geschwindigkeit. Zu häufig werde die institutionelle Komplexität der EU als Ausrede für Stillstand verwendet, warnen Beobachter. Gleichzeitig unternehmen die USA und China schnellere Schritte und nutzen ihren Gestaltungsspielraum effektiver. Eine wirkliche Trendwende erfordert laut Draghi eine neue Geschwindigkeit, größere Finanzmittel und mehr europäische Kooperation.

Experten betonen, dass Investitionen in Forschung, digitale Infrastruktur und industrielle Kapazitäten konzentriert, mutig und europaweit koordiniert sein müssen. Es braucht leistungsfähige Zentren exzellenter Forschung, eine auf Risikokapital ausgerichtete Kapitalmarktunion und klare Anreize für private Investoren. Gleichzeitig muss das Regelwerk vereinfacht werden: Datenschutzbestimmungen und die geplante KI‑Verordnung dürfen den Aufbau neuer Geschäftsmodelle nicht bremsen.

Ausblick in die nahe Zukunft
Ein Jahr nach Veröffentlichung des Draghi‑Berichts ist die Lage ernster geworden. Die strukturelle Produktivitätslücke gegenüber den USA und China hat sich vergrößert, die notwendigen Investitionen sind gestiegen, und Europas geopolitische Abhängigkeiten haben seine Handlungsfähigkeit geschwächt. Zwar wurden Programme wie die „Kompass‑Strategie“, eine Investitionsoffensive für künstliche Intelligenz und der „Clean Industrial Deal“ auf den Weg gebracht. Doch ohne schnellere Umsetzung, eine konsolidierte Kapitalmarktunion, gemeinsame Energie‑ und Rohstoffstrategien sowie mutige Investitionen in disruptive Technologien droht Europa an Bedeutung zu verlieren. Der Draghi‑Bericht bleibt damit weniger ein abgehaktes Projekt als ein dringender Appell: Nur wenn die Mitgliedstaaten den Reformstau auflösen, den Binnenmarkt vollenden und privates wie öffentliches Kapital mobilisieren, wird Europa seine Produktivität steigern, Investitionen anziehen und seine Machtposition in der Welt sichern können.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...