The Fort Worth Press - Kein "goldenes Zeitalter": US-Wirtschaft wächst 2025 nur um 2,2 Prozent

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Kein "goldenes Zeitalter": US-Wirtschaft wächst 2025 nur um 2,2 Prozent
Kein "goldenes Zeitalter": US-Wirtschaft wächst 2025 nur um 2,2 Prozent / Foto: © AFP

Kein "goldenes Zeitalter": US-Wirtschaft wächst 2025 nur um 2,2 Prozent

US-Präsident Donald Trump hat ein "goldenes Zeitalter" in den Vereinigten Staaten ausgerufen, doch der versprochene Wirtschaftsboom bleibt bisher aus. Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg nach Regierungsangaben vom Freitag 2025 auf das Jahr hochgerechnet um 2,2 Prozent und damit weniger stark als von Ökonomen erwartet. Zwischen Oktober und Dezember flaute das Wachstum auf 1,4 Prozent ab. Trump machte dafür die Opposition und die Haushaltssperre im Herbst verantwortlich.

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Analysten hatten für das vierte Quartal ein deutlich stärkeres Wachstum von 2,5 Prozent erwartet. Bereits vor Veröffentlichung der Konjunkturzahlen äußerte der US-Präsident deshalb seinen Unmut. Die Demokraten hätten im Oktober und November mit 43 Tagen die längste Haushaltssperre der US-Geschichte verursacht, schrieb er in seinem Onlinedienst Truth Social. Das hätte die USA "mindestens zwei Prozentpunkte des BIP" gekostet.

Der unabhängige Haushaltsausschuss (CBO) im Kongress hält die Folgen des "Shutdown" im Herbst für weniger gravierend. Er schätzte laut einer Erklärung von Ende Januar, "dass bis zum ersten Quartal des Haushaltsjahres 2027 die kumulativen Auswirkungen eines sechswöchigen Shutdowns auf das reale BIP einen Verlust von elf Milliarden US‑Dollar betragen würden – weniger als ein Prozent des BIP".

Unter Trumps Vorgänger Joe Biden von der Demokratischen Partei war das BIP 2024 noch um 2,8 Prozent gewachsen. Dennoch wirft der Rechtspopulist Biden immer wieder vor, die "Wirtschaft zerstört" zu haben und für die hohen Lebenshaltungskosten unter der Corona-Pandemie verantwortlich zu sein.

Bei Analysten stießen die Wachstumszahlen auf ein gemischtes Echo. Der US-Experte von KfW Research, Stephan Bales, erklärte, unter dem Strich stehe mit 2,2 Prozent "ein solides Wachstum". Das sei "angesichts der hohen politischen Unsicherheit und dynamischer Kurswechsel bemerkenswert". Entscheidend für den weiteren Verlauf werde sein, dass die eingetrübte Zuversicht der Haushalte den privaten Konsum nicht stärker bremse.

Heather Long, Chefökonomin der US-Kreditgenossenschaft Navy Federal Credit Union, nannte die Lage durchwachsen: "Solider Konsum und der KI-Boom haben das Wirtschaftswachstum in Gang gehalten", erklärte sie mit Blick auf die Milliarden-Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI). Mangels Beschäftigungswachstum seien aber "viele Amerikaner frustriert und verunsichert".

Vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress im November tourt Trump derzeit durch die USA. Am Donnerstag war er im Bundesstaat Georgia aufgetreten und hatte seine Wirtschaftserfolge gerühmt. Der Präsident bescheinigte sich, den Kampf um ein bezahlbares Leben gegen die Demokraten "gewonnen" zu haben.

Ein Regierungsbericht vom Freitag legt allerdings nahe, dass die Inflation zum Jahresende stärker anzog als von Analysten erwartet. Der Preisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) lag im Dezember um 2,9 Prozent über dem Vorjahreswert, Ökonomen hatten 2,8 Prozent erwartet.

Die Wall Street reagierte nervös auf die Wachstumszahlen. Der Dow Jones und die anderen wichtigen Indizes drehten kurz nach Handelseröffnung ins Minus.

Für noch größere Verunsicherung dürfte die Entscheidung des obersten US-Gerichts vom Freitag sorgen: Der Supreme Court erklärte die meisten Zölle Trumps für unrechtmäßig, die Eckstein seiner Wirtschaftspolitik sind. Trump hatte für diesen Fall vor "Chaos" gewarnt.

P.Navarro--TFWP