The Fort Worth Press - Bas will Reform des Sozialstaats schnell angehen - Verbände warnen vor Kürzungen

USD -
AED 3.672498
AFN 65.999644
ALL 79.067423
AMD 363.68607
ANG 1.789783
AOA 917.999677
ARS 1497.205205
AUD 1.39519
AWG 1.8
AZN 1.699746
BAM 1.670881
BBD 2.013326
BDT 122.154359
BGN 1.696366
BHD 0.376922
BIF 2975.173427
BMD 1
BND 1.268571
BOB 11.546857
BRL 5.17298
BSD 0.999718
BTN 95.674944
BWP 13.395641
BYN 2.990697
BYR 19600
BZD 2.010619
CAD 1.373915
CDF 2275.000006
CHF 0.799425
CLF 0.023375
CLP 919.989747
CNY 6.72325
CNH 6.719165
COP 3076.28
CRC 454.922129
CUC 1
CUP 26.5
CVE 94.19971
CZK 20.613202
DJF 178.021922
DKK 6.38994
DOP 58.572258
DZD 132.819972
EGP 50.874397
ERN 15
ETB 161.682051
EUR 0.85475
FJD 2.1916
FKP 0.733283
GBP 0.732268
GEL 2.604981
GGP 0.733283
GHS 11.12141
GIP 0.733283
GMD 72.99967
GNF 8783.154658
GTQ 7.62899
GYD 209.153119
HKD 7.84055
HNL 26.809452
HRK 6.439201
HTG 130.788026
HUF 310.090217
IDR 17657
ILS 2.98455
IMP 0.733283
INR 95.660303
IQD 1309.674333
IRR 1374575.00058
ISK 121.049564
JEP 0.733283
JMD 158.661136
JOD 0.708983
JPY 158.694503
KES 129.450069
KGS 87.450178
KHR 4035.778664
KMF 421.999624
KPW 900.000294
KRW 1384.460214
KWD 0.30828
KYD 0.833127
KZT 460.282609
LAK 22518.762788
LBP 89527.950894
LKR 329.105922
LRD 181.44772
LSL 16.030789
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.353451
MAD 9.23322
MDL 17.210153
MGA 4274.968284
MKD 52.552001
MMK 2099.534779
MNT 3596.854666
MOP 8.07301
MRU 39.836145
MUR 46.599873
MVR 15.459497
MWK 1733.488249
MXN 16.897503
MYR 4.038502
MZN 63.905021
NAD 16.030995
NGN 1347.139706
NIO 36.786598
NOK 9.289335
NPR 153.078119
NZD 1.670265
OMR 0.384495
PAB 0.999714
PEN 3.35163
PGK 4.430415
PHP 61.651006
PKR 277.39555
PLN 3.681975
PYG 6022.109832
QAR 3.634282
RON 4.4924
RSD 100.316939
RUB 82.8046
RWF 1473.093385
SAR 3.759877
SBD 8.025811
SCR 13.704484
SDG 601.478575
SEK 9.455655
SGD 1.26843
SHP 0.740866
SLE 24.650111
SLL 20969.499227
SOS 571.369989
SRD 37.689923
STD 20697.981008
STN 20.93069
SVC 8.746423
SYP 13001.999906
SZL 16.020025
THB 32.673013
TJS 9.222404
TMT 3.51
TND 2.907682
TOP 2.40776
TRY 48.065402
TTD 6.78066
TWD 31.807005
TZS 2645.502982
UAH 44.670645
UGX 3718.447017
UYU 40.212038
UZS 11851.744273
VES 778.977298
VND 26124.5
VUV 118.205514
WST 2.716674
XAF 560.393155
XAG 0.01438
XAU 0.000218
XCD 2.702549
XCG 1.801763
XDR 0.707052
XOF 560.385974
XPF 101.875027
YER 237.097598
ZAR 16.005703
ZMK 9001.202218
ZMW 18.969958
ZWL 321.999592
  • DAX

    84.1400

    26067.18

    +0.32%

  • Goldpreis

    64.5000

    4635.9

    +1.39%

  • TecDAX

    3.3300

    4068.67

    +0.08%

  • SDAX

    76.6500

    18574.25

    +0.41%

  • Euro STOXX 50

    24.6400

    6446.7

    +0.38%

  • MDAX

    316.8900

    32032.42

    +0.99%

  • EUR/USD

    0.0012

    1.1693

    +0.1%

Bas will Reform des Sozialstaats schnell angehen - Verbände warnen vor Kürzungen
Bas will Reform des Sozialstaats schnell angehen - Verbände warnen vor Kürzungen / Foto: © AFP

Bas will Reform des Sozialstaats schnell angehen - Verbände warnen vor Kürzungen

Weniger "Behördendschungel" und leichtere Anträge durch mehr Digitalisierung: Eine von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hat umfassende Vorschläge für eine Reform des Sozialstaats vorgelegt. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sagte am Dienstag, sie könnten den Sozialstaat "einfacher, gerechter und digitaler" machen. Sie rief dazu auf, die Reformen schnell anzugehen. Sozialverbände und Gewerkschaften warnten bei der Umsetzung aber auch vor möglichen Leistungskürzungen.

Textgröße:

Die vorgeschlagene Strukturreform bringe "weniger Papierkram, einfachere Antragstellung, schnellere Entscheidungen und mehr Zeit für die Menschen", sagte Bas. Zuständig für die Leistungen sollen nach den Vorschlägen künftig nur noch zwei Behörden sein, nicht mehr wie bislang vier. Jobcenter sollen sich künftig auf Erwerbsfähige fokussieren, die Sozialämter auf Nicht-Erwerbsfähige.

Insgesamt unterbreitete die Experten-Kommission mit Vertretern von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden 26 Empfehlungen. Gestärkt werden sollten demnach auch die Erwerbsanreize für Leistungsempfänger. Bei Vollzeit- und vollzeitnaher Erwerbstätigkeit soll künftig weniger Einkommen auf die Leistungen angerechnet werden. Denn bisher bleibt bei Mehrarbeit unter dem Strich bisher kaum ein Zuverdienst.

Ein "echter Quantensprung" seien zudem die Empfehlungen zur Digitalisierung, sagte Bas. Damit würden künftig alle Leistungen über ein Sozialportal zugänglich. Die Ministerin verwies darauf, dass heute viele Menschen am "Behördendschungel" scheiterten und Leistungen gar nicht beantragten, die ihnen eigentlich zustünden.

Die Kommission empfiehlt eine schrittweise Umsetzung der Reform. Bis Mitte 2027 sollten erste Maßnahmen zur Rechtsvereinfachung und Digitalisierung greifen. Bas zeigte sich zuversichtlich, dass dies gelingen könne. Für weitergehende Reformen der Verwaltung sollen Bund und Länder binnen sechs Monaten ein Konzept erarbeiten, das möglichst bis Ende 2027 umgesetzt wird. Bas nannte dies "sehr sportlich", einige Vorhaben gingen womöglich "über eine Legislaturperiode hinaus".

Für eine weitergehende Vereinheitlichung auf nur eine Behörde für staatliche Leistungen wäre eine Grundgesetzänderung nötig, wie es in den Kommissionsvorschlägen heißt. Union und SPD bräuchten dafür neben den Grünen auch Stimmen aus der Linkspartei oder der AfD. Union-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) schloss aber bereits Gespräche mit diesen beiden Parteien aus.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) sagte, die Ergebnisse der Kommission hätten seine Erwartungen übertroffen. Es solle "wirklich eine grundlegende Strukturreform in den sozialen Sicherungssystemen vorgenommen" werden, sagte er beim Wirtschaftsgipfel der "Welt".

Der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel (CDU), kritisierte, dass die Reformempfehlungen nicht auf eine Beschränkung des Umfangs des Sozialstaats zielten. "Die richtigen Sozialstaatsreformen bei der Rente, bei der Krankenversicherung, bei der Pflegeversicherung und in anderen Bereichen müssen jetzt auch noch kommen", forderte er in den Sendern RTL und ntv. Hiermit befassen sich derzeit andere Kommissionen und Gremien.

Sozialverbände begrüßten, dass die Reform den Sozialstaat zugänglicher machen soll. Der Paritätische Gesamtverband kritisierte aber "geplante Verschlechterungen für Menschen mit geringem Einkommen". Hauptgeschäftsführer Joachim Rock verwies auf die "vorgeschlagene Kürzung von Freibeträgen für Erwerbseinkommen". Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, befürchtete in der "Rheinischen Post" mögliche Kürzungen bei den Wohnausgaben.

Für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gehen die Vorschläge "in die richtige Richtung". Es müsse "bei allem Reformeifer aber sichergestellt sein, dass das Leistungsniveau für die Betroffenen nicht sinkt", sagte aber auch der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke.

Arbeitgeber-Präsident Rainer Dulger sah die Kommissionsvorschläge als "Chance" für eine echte Reform. Die Zusammenlegung von Wohngeld, Kinderzuschlag und Grundsicherung könne "den Sozialstaat deutlich schneller, einfacher und zielgenauer machen".

Der Deutsche Städtetag sah "starke Impulse für die Vereinfachung, Digitalisierung und weniger Bürokratie bei steuerfinanzierten Sozialleistungen". Er kritisierte aber, dass diese "praktisch keine sofort wirksamen finanziellen Entlastungen für die kommunalen Haushalte" brächten.

Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge sagte, die Vorschläge gingen "absolut in die richtige Richtung". Dies dürfe nun "kein Papiertiger" bleiben, sondern müsse schnell umgesetzt werden.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Ines Schwerdtner, kritisierte in der "Rheinischen Post" eine "massive Ausweitung sozialer Abwertung". Kritik übte sie daran, dass Leistungen wie Kinderzuschlag und Wohngeld in einem einzigen Sozialleistungssystem zusammengeführt werden sollen. Damit gerieten "über zwei Millionen Menschen zusätzlich in die Grundsicherung".

AfD-Chefin Alice Weidel kritisierte, die Vorschläge sendeten "die vollkommen falschen Signale" aus. "Statt konsequenten Anreizen für eine schnelle Rückkehr in den Arbeitsmarkt, sollen künftig aktive Nachweispflichten entfallen und Leistungen pauschal ausgezahlt werden."

F.Garcia--TFWP