The Fort Worth Press - Erste Soldaten aus Nato-Ländern in Grönland eingetroffen - Bundeswehrsoldaten am Freitag erwartet

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Erste Soldaten aus Nato-Ländern in Grönland eingetroffen - Bundeswehrsoldaten am Freitag erwartet
Erste Soldaten aus Nato-Ländern in Grönland eingetroffen - Bundeswehrsoldaten am Freitag erwartet / Foto: © AFP

Erste Soldaten aus Nato-Ländern in Grönland eingetroffen - Bundeswehrsoldaten am Freitag erwartet

Vor dem Hintergrund der Drohungen von US-Präsident Donald Trump zur Übernahme Grönlands hat am Donnerstag auf der Arktis-Insel eine Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder begonnen. Etwa 15 französische Soldaten seien bereits in der grönländischen Hauptstadt Nuuk eingetroffen, sagte der französische Botschafter für den Nord- und Südpol, Olivier Poivre d'Arvor, dem Sender France Info. Soldaten der Bundeswehr sollen am Freitag in Grönland eintreffen.

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Ein Krisentreffen von USA, Dänemark und Grönland in Washington war am Mittwoch ergebnislos zu Ende gegangen. Trump hält nach dänischen Angaben an seinen Plänen zur Aneignung von Grönland fest.

Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte am Donnerstag, es werde "eine Arbeitsgruppe" zur Verbesserung der Sicherheit in der Arktis geschaffen. Es bestehe jedoch weiter eine "grundlegende Meinungsverschiedenheit, da die Ambitionen der USA, Grönland zu übernehmen, nach wie vor bestehen". Die Situation sei ernst und Dänemark werde sich weiter darum bemühen zu verhindern, dass "dieses Szenario Realität wird".

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen begrüßte es, dass nach dem Treffen im Weißen Haus nun der Dialog "im Gange" sei. "Dialog und Diplomatie sind der richtige Weg nach vorne", auch wenn viel auf dem Spiel stehe und "der Druck spürbar ist", erklärte er im Onlinedienst Facebook.

Die Bundeswehr hatte am Mittwoch die Entsendung von 13 Soldaten nach Grönland auf Einladung Dänemarks angekündigt. Den Angaben zufolge sollen sie dort die "Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region" erkunden. Dabei gehe es etwa um Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung. Auch die Nato-Länder Frankreich, Schweden und Norwegen kündigten ihre Beteiligung an der Mission an.

Grönlands Vize-Regierungschef Mute Egede sagte am Mittwoch zu Journalisten, es werde erwartet, "dass ab heute und in den kommenden Tagen mehr Nato-Soldaten in Grönland präsent sein werden". Es werde unter anderem "mit mehr Flugzeugen und Schiffen gerechnet". Er fügte hinzu, es würden "Übungen" abgehalten.

Die Bundeswehrsoldaten sollen am Freitag in Grönland eintreffen. Wir haben uns nach weiteren Absprachen mit Dänemark entschieden, heute zunächst nach Dänemark (Karup) zu fliegen", teilte das Bundesverteidigungsministerium am Donnerstag mit. Die Bundeswehrsoldaten sollen dann am Freitag "mit dem dänischen Erkundungsteam und weiteren Partnern" nach Grönland fliegen. "Aus unserer Sicht ist der gemeinsame Flug ein starkes Zeichen unserer Geschlossenheit", erklärte das Ministerium.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärte: "Russland und China nutzen die Arktis zunehmend militärisch und stellen damit die Freiheit der Verkehrs-, Kommunikations- und Handelswege in Frage". Die Nato werde dies nicht zulassen und "auch weiterhin für die regelbasierte internationale Ordnung eintreten". Entscheidend bei der Erkundungsmission sei eine enge Abstimmung "innerhalb der Nato, insbesondere mit unseren US-Partnern", fügte Pistorius hinzu.

Der Konflikt um Grönland droht die Nato zu spalten. Der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen sagte nach einem Treffen hochrangiger Vertreter Grönlands, Dänemarks und der USA in Washington, Trump wolle Grönland weiterhin "erobern". Rasmussen äußerte sich an der Seite seiner grönländischen Kollegin Vivian Motzfeldt, beide hatten zuvor mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio auf dem Gelände des Weißen Hauses beraten.

Trump selbst war bei dem Treffen nicht dabei. Allerdings äußerte er sich nach dem Spitzengespräch ungewohnt versöhnlich. Die USA hätten "eine sehr gute Beziehung zu Dänemark", sagte er Journalisten im Oval Office. "Ich glaube, es wird sich etwas ergeben."

Kurz zuvor hatte er seine Forderungen nach einer Übernahme der Insel nochmals bekräftigt. Die riesige Arktis-Insel sei für den Aufbau des US-Raketenabwehrschirms "Golden Dome" von entscheidender Bedeutung, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Trump hatte seinen Anspruch in den vergangenen Tagen auch geopolitisch begründet: "Wenn wir Grönland nicht nehmen, werden es Russland oder China tun, und das werde ich nicht zulassen", sagte er. Der US-Präsident schloss dabei auch militärische Mittel nicht aus.

Bei den europäischen Nato-Partnern löste dies massive Sorgen um die Zukunft der Verteidigungsallianz aus. Grönland gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark, das wie die USA Teil der Nato ist. Eigene Streitkräfte hat die Arktis-Insel nicht.

Kurz vor dem Krisentreffen im Weißen Haus hatte die dänische Regierung angekündigt, ihre Militärpräsenz auf Grönland zu verstärken. Schweden kündigte ebenfalls die Entsendung von weiterem Militärpersonal nach Grönland an. Die Kommandeure hätten den Auftrag, die nächsten Etappen des Manövers "Operation Arctic Endurance" vorzubereiten, schrieb Regierungschef Ulf Kristersson auf X. Insgesamt seien daran mehrere tausend Soldaten aus "mehreren verbündeten Ländern" beteiligt.

Russland äußerte sich "besorgt" angesichts der Nato-Präsenz in Grönland. "Die Entwicklung in den hohen Breitengraden bereitet uns große Sorge", erklärte die russische Botschaft in Belgien. Die westliche Militärallianz verstärke ihre Präsenz dort "unter dem falschen Vorwand einer zunehmenden Bedrohung durch Moskau und Peking".

C.M.Harper--TFWP