The Fort Worth Press - Schlechte Gesundheitsversorgung kann Vertrauen und Wahlverhalten verändern

USD -
AED 3.672496
AFN 65.496504
ALL 79.214222
AMD 363.899078
ANG 1.789783
AOA 917.999811
ARS 1511.7373
AUD 1.385003
AWG 1.8
AZN 1.704144
BAM 1.682163
BBD 2.013727
BDT 122.804603
BGN 1.696366
BHD 0.376977
BIF 2991.351914
BMD 1
BND 1.265863
BOB 12.473015
BRL 5.126201
BSD 0.999854
BTN 94.415034
BWP 13.38643
BYN 3.074991
BYR 19600
BZD 2.010803
CAD 1.377985
CDF 2279.999987
CHF 0.808145
CLF 0.023664
CLP 934.390289
CNY 6.711298
CNH 6.709975
COP 3128.06
CRC 453.783103
CUC 1
CUP 26.5
CVE 94.837744
CZK 20.811099
DJF 178.03848
DKK 6.426025
DOP 59.182743
DZD 133.164998
EGP 50.920102
ERN 15
ETB 162.128635
EUR 0.859696
FJD 2.194019
FKP 0.739735
GBP 0.738065
GEL 2.604974
GGP 0.739735
GHS 11.372961
GIP 0.739735
GMD 74.00048
GNF 8788.354441
GTQ 7.632399
GYD 209.173712
HKD 7.84071
HNL 26.825324
HRK 6.476904
HTG 130.751897
HUF 313.159011
IDR 17622
ILS 3.01225
IMP 0.739735
INR 94.703799
IQD 1309.755216
IRR 1374600.000084
ISK 120.701791
JEP 0.739735
JMD 158.781081
JOD 0.709001
JPY 153.403044
KES 129.420005
KGS 87.449398
KHR 4048.475049
KMF 424.000187
KPW 900.000294
KRW 1342.709806
KWD 0.30896
KYD 0.833176
KZT 454.148246
LAK 22405.51838
LBP 89533.827602
LKR 328.015069
LRD 174.967209
LSL 15.984983
LTL 2.95274
LVL 0.60489
LYD 6.3552
MAD 9.383402
MDL 17.271601
MGA 4281.524422
MKD 52.916993
MMK 2099.740037
MNT 3597.031355
MOP 8.074244
MRU 40.164449
MUR 46.859904
MVR 15.459754
MWK 1733.681956
MXN 16.96822
MYR 4.0548
MZN 63.90115
NAD 15.984983
NGN 1321.720533
NIO 36.794619
NOK 9.25895
NPR 151.06436
NZD 1.705565
OMR 0.384498
PAB 0.999768
PEN 3.354377
PGK 4.442361
PHP 62.565981
PKR 277.672426
PLN 3.70616
PYG 5956.118245
QAR 3.634307
RON 4.514601
RSD 100.834936
RUB 86.250774
RWF 1474.709075
SAR 3.755948
SBD 8.000512
SCR 13.825001
SDG 601.50203
SEK 9.59244
SGD 1.264425
SHP 0.740866
SLE 24.65037
SLL 20969.499227
SOS 571.357307
SRD 37.744497
STD 20697.981008
STN 21.072097
SVC 8.748043
SYP 13001.999906
SZL 15.982179
THB 32.870497
TJS 9.233191
TMT 3.5
TND 2.918073
TOP 2.40776
TRY 48.458597
TTD 6.787023
TWD 31.522197
TZS 2646.529866
UAH 44.439265
UGX 3779.232284
UYU 40.243404
UZS 11787.624929
VES 806.377097
VND 25962
VUV 117.967166
WST 2.718116
XAF 564.181582
XAG 0.015089
XAU 0.000227
XCD 2.70255
XCG 1.801903
XDR 0.707052
XOF 564.181582
XPF 102.575129
YER 236.999968
ZAR 16.016045
ZMK 9001.195489
ZMW 19.17139
ZWL 321.999592
  • Goldpreis

    -27.9000

    4448.7

    -0.63%

  • SDAX

    1.7900

    18755.27

    +0.01%

  • DAX

    -98.1700

    25908.36

    -0.38%

  • TecDAX

    -20.7500

    4034.77

    -0.51%

  • Euro STOXX 50

    -10.7000

    6393.29

    -0.17%

  • MDAX

    8.7300

    32414.17

    +0.03%

  • EUR/USD

    -0.0008

    1.1617

    -0.07%

Schlechte Gesundheitsversorgung kann Vertrauen und Wahlverhalten verändern
Schlechte Gesundheitsversorgung kann Vertrauen und Wahlverhalten verändern

Schlechte Gesundheitsversorgung kann Vertrauen und Wahlverhalten verändern

Studien aus mehreren europäischen Ländern zeigen Zusammenhänge zwischen dem Verlust lokaler Gesundheitsangebote, sinkendem Vertrauen und wachsenden Stimmenanteilen rechtspopulistischer Parteien.

Textgröße:

Die Verfügbarkeit von Arztpraxen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Angeboten kann die politische Zufriedenheit beeinflussen. Untersuchungen aus England und Dänemark zeigen, dass Schließungen vor Ort mit sinkender Zufriedenheit und späteren Zugewinnen rechtspopulistischer Parteien zusammenfallen können. Für Deutschland gibt es bislang keine Studie, die Praxis- oder Klinikschließungen unmittelbar mit Wahlergebnissen verknüpft, Fachleute sehen aber Hinweise auf einen vergleichbaren Mechanismus.

In England wurden zwischen 2013 und 2023 fast 1700 Hausarztpraxen geschlossen oder zusammengelegt. Damit verschwand etwa ein Viertel der Praxen des staatlichen Gesundheitssystems. Da Hausarztpraxen für die meisten Menschen dort den Zugang zu weiteren medizinischen Leistungen vermitteln, haben solche Schließungen weitreichende Folgen. Ein Forschungsteam um die London School of Economics verband einzelne Schließungen mit regionalen Umfragedaten. Danach nahm die Unzufriedenheit mit dem Gesundheitssystem zu, während die Unterstützung für rechtspopulistische Parteien stieg.

Eine Untersuchung aus Dänemark analysierte Reaktionen auf die Schließung von Schulen oder Krankenhäusern. Nach dem Wegfall einer Klinik erzielten rechtspopulistische Parteien bei nationalen Wahlen höhere Ergebnisse. Der statistisch deutliche Effekt zeigte sich allerdings erst bei der übernächsten Wahl.

Der Kasseler Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder warnt davor, aus einem einzelnen schlechten Erlebnis eine direkte Reaktion abzuleiten. Wiederholte Schwierigkeiten, etwa bei der Suche nach einem Arzttermin, könnten sich jedoch zu dauerhafter Enttäuschung verdichten. Weil das politische System für funktionierende Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen verantwortlich sei, könne dadurch auch Vertrauen in Regierung und Institutionen verloren gehen.

Nach Einschätzung der Politikwissenschaftlerin Anne-Kathrin Stroppe vom GESIS Leibniz-Institut ist die Wahrnehmung der Versorgung oft ebenso wichtig wie die messbare Lage. Stroppe untersuchte für die Bundestagswahl 2021 unter anderem Entfernungen zur nächsten Hausarztpraxis, Apotheke, Bushaltestelle, Grundschule und zum Supermarkt. Menschen an schlechter versorgten Orten zeigten tendenziell weniger Vertrauen in die Regierung, der Zusammenhang war jedoch gering. Faktoren wie Geschlecht, Bildung und Einkommen wirkten deutlich stärker auf die Wahlentscheidung.

Ein Teil der Befragten bewertete den eigenen Wohnort schlechter, als es die Daten rechtfertigten. Pauschale Annahmen über schlechte Versorgung im ländlichen Raum oder in Ostdeutschland lassen sich laut Stroppe nicht belegen. Einige ostdeutsche Städte verfügen über gute Verkehrsverbindungen sowie viele Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Zugleich gibt es benachteiligte Stadtteile in Westdeutschland und gut versorgte ländliche Gebiete im Süden.

Das Bild vom abgehängten Land oder Osten bleibt dennoch präsent. Stroppe zufolge knüpft die AfD daran mit einer Gegenüberstellung von Bevölkerung und Eliten an. Schroeder beschreibt die Strategie als Darstellung einer vermeintlich einheitlichen Bevölkerung, deren Interessen von der Regierung nicht mehr gehört würden. Tatsächlich bestehe die Gesellschaft aus Gruppen mit unterschiedlichen Bedürfnissen, auf die Politik eingehen müsse.

In den Landtagswahlkämpfen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern formuliert die AfD in der Gesundheitspolitik teilweise ähnliche Ziele wie andere Parteien. Dazu zählen ein bezahlbarer Zugang zu guter Versorgung und eine bedarfsorientierte Krankenhausfinanzierung anstelle von Kürzungen und Schließungen. Schroeder wertet die allgemein gehaltenen Forderungen als Versuch, sich als gewöhnliche Partei und verlässliche Vertreterin eines funktionierenden Gesundheitswesens darzustellen. Konkrete, realistische Lösungen blieben nach seiner Einschätzung häufig offen.

Die Forderung, Krankenhäuser stärker in kommunale Hand zu geben und gegebenenfalls zu entprivatisieren, verbindet die AfD nach Schroeders Analyse mit einer völkischen Vorstellung von Versorgung. Er sieht darin zudem einen Widerspruch zur sonst häufig erhobenen Forderung nach weniger staatlichem Einfluss und weniger Bürokratie, weil dem Staat im Gesundheitswesen neue Aufgaben übertragen werden sollen.

Stroppe fordert, dass politische Verantwortliche nicht nur objektive Versorgungslücken bearbeiten, sondern auch Ängste und subjektive Erfahrungen ernst nehmen. Untersucht werde unter anderem, ob Bürgerräte den direkten Austausch verbessern können. Schroeder sieht ebenfalls Defizite in der Kommunikation. Reformen würden häufig nur ausschnittsweise erklärt, ohne die Zusammenhänge darzustellen.

Als Beispiel nennt er das im Juli vor der Sommerpause beschlossene Sparpaket zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge für 2027. Die Politik habe auf die Finanzierungslücke verwiesen, aber nicht ausreichend erklärt, wie das Defizit entstanden sei. Wenn Bürger Reformen nicht nachvollziehen könnten, könne dies Ängste verstärken und die Wirkung populistischer Rhetorik erhöhen.

A.Nunez--TFWP