The Fort Worth Press - Diskussion über Impfschutz gegen Affenpocken in Deutschland

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Diskussion über Impfschutz gegen Affenpocken in Deutschland
Diskussion über Impfschutz gegen Affenpocken in Deutschland / Foto: © RKI Robert Koch Institute/AFP/Archiv

Diskussion über Impfschutz gegen Affenpocken in Deutschland

Nach den ersten bestätigten Fällen von Affenpocken in Deutschland wird über mögliche Schutzimpfungen diskutiert. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Mitteilung vom Montag, für jüngere Menschen, welche die frühere Pflichtimpfung gegen die normalen Pocken nicht erhielten, wäre solch ein Impfschutz jetzt "sinnvoll". Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) erwartet eine rasche Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu einer möglichen Impfvorsorge gegen Affenpocken.

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In Deutschland wurden bis Sonntagnachmittag insgesamt vier Fälle von Affenpocken registriert. Nach dem ersten in München erfassten Erkrankungsfall gab es drei weitere bestätigte Infektionen in Berlin, wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte. Mit weiteren Fällen sei angesichts der umfangreichen Kontakte der Infizierten zu rechnen.

"Wer gegen die Pocken geimpft ist, hat einen guten Schutz", sagte Montgomery. Wer jünger sei und diesen Impfschutz nicht habe, trage ein höheres Risiko, an den Affenpocken zu erkranken. "Es wäre deswegen sinnvoll, allen Jüngeren, die nicht mehr unter die Pockenimpfpflicht gefallen sind, jetzt ein Impfangebot zu machen", betonte der Mediziner.

Dabei stünden die aktuell besonders gefährdeten Gruppen im Vordergrund - "also in der Regel jüngere Männer mit vielen wechselnden Sexualkontakten". Eine solche Impfkampagne ergebe aber nur Sinn, wenn man es weltweit mache.

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen Affenpocken. Allerdings wirkt die normale Pockenimpfung zu 85 Prozent vorbeugend. Inwieweit eine Pockenimpfung für Kontaktpersonen und Risikogruppen empfohlen wird, ist laut Bundesgesundheitsministerium international noch Gegenstand der fachlichen Abklärung.

In der Bundesrepublik war die Pockenimpfung bis 1975 für Einjährige Pflicht. In der DDR wurde die Impfpflicht 1982 aufgehoben. Im Jahr 1980 wurden die Pocken von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für ausgerottet erklärt. Die Bundesregierung hat demnach rund hundert Millionen Dosen Pockenimpfstoff eingelagert, wovon zwei Millionen Dosen an die WHO gespendet wurden.

"Wir brauchen zeitnah eine Aussage der Stiko, ob der in der EU nur für die Impfung gegen Pocken zugelassene Impfstoff auch gegen Affenpocken angewandt werden kann", sagte Holetschek dem Portal "The Pioneer". Auch bezüglich der Therapie müsse Klarheit geschaffen werden, etwa zur Frage, welche Arzneimittel in welchen Fällen einzusetzen seien. Außerdem sei wichtig, dass das Robert-Koch-Institut zeitnah konkrete Empfehlungen zum Umgang mit den Affenpocken veröffentliche, etwa zu einer möglichen Isolation von Infizierten.

Nach Aussage eines Sprechers des Gesundheitsministeriums wird derzeit eine weitere Quarantäne bei Fällen von Affenpocken nicht für erforderlich gehalten. Die Regierung stehe dazu im Austausch mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften.

Nach bisherigen Erkenntnissen stecken sich offensichtlich vor allem Männer an, die Sex mit Männern haben. Die Ansteckungsquellen für die bisher in Deutschland bestätigten Fälle von Affenpocken waren den Angaben zufolge Partys unter anderem in Berlin und auf der spanischen Insel Gran Canaria, bei denen es zu sexuellen Handlungen kam.

In allen vier Fällen handelt es sich demnach um die sogenannte westafrikanische Variante, die im Verdacht steht, eher leichtere Erkrankungen hervorzurufen. Die Deutsche Aidshilfe und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wollen mögliche Risikogruppen demnach gezielter ansprechen. Auch die WHO empfiehlt mehr Aufklärung.

Zu den Symptomen von Affenpocken gehören Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb weniger Wochen wieder. Nach aktuellem Forschungsstand ist für eine Übertragung ein enger Körperkontakt erforderlich.

N.Patterson--TFWP